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Ernährung und Gesundheit

Nährwert-Nachweis: Ampel vs. Tabelle

pd
am
20.06.2013

Berlin - Das britische Gesundheitsministerium hat sich pro Nährwert-Ampel ausgesprochen. Die deutsche Lebensmittelwirtschaft zieht die seit Jahren praktizierte sachlich-fachliche Nährwertkennzeichnung vor.

Die Nährwerttabelle und die von den Unternehmen in großem Umfang zusätzlich verwendete GDA-Kennzeichnung (Guideline Daily Amounts) hätten sich bewährt und seien vom deutschen Verbraucher gelernt. Zudem würden die Angaben zu den wichtigsten Nährstoffen Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß, Salz sowie den Brennwert bezogen auf 100 g/ml ab 2014 in großem Umfang verpflichtend. Dies schreibt der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) in einer Pressemeldung.
 
"Die zukünftig verpflichtende Nährwertkennzeichnung bildet neben anderen Produktangaben die Grundlage für eine selbstständige und auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtete Kaufentscheidung der Verbraucher", stellt der Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbands der deutschen Lebensmittelwirtschaft, Christoph Minhoff, klar. Die zusätzliche, freiwillige GDA-Kennzeichnung erweitere diese Information bezogen auf Portionen und in der Zwischenzeit vom Europäischen Gesetzgeber anerkannte Referenzmengen.

Nährwerttabelle ab 2014 verpflichtend

Mit dem Ampelsystem, dass sich lediglich auf vier Nährstoffe beziehe, sei eine zutreffende Einordnung eines Produktes und seiner Bedeutung für die Gesamternährung nach Ansicht des BLL nicht möglich, da zentrale Informationen wie die zum Brennwert und zu anderen wichtigen Nährstoffen fehlten. "Die farbliche Bewertung einiger weniger Nährstoffe eines Lebensmittels trägt unserer Auffassung nach nicht zu einem besseren Verständnis einer ausgewogenen Ernährung bei", betont Minhoff.
Mit der Lebensmittelinformations-Verordnung sei zwar weitgehend ab 2014 und dann vollständig ab 2016 europaweit die Nährwertkennzeichnung in Form der Nährwerttabelle für grundsätzlich alle Lebensmittel verpflichtend. Weitere Formen der Nährwertkennzeichnung könnten darüber hinaus aber ausdrücklich auf nationaler Ebene empfohlen werden, wenn sie wissenschaftlich fundiert und verständlich sind und den Warenverkehr nicht behindern. Auf Basis dieser Option habe das britische Gesundheitsministerium heute die Empfehlung für eine freiwillige Hybridnährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen ausgesprochen und damit die Diskussion um die Ampel erneut aufgeworfen.
 
Die Hybridkennzeichnung ist eine Kombination der von der Lebensmittelwirtschaft freiwillig initiierten GDA-Kennzeichnung und den bewertenden Ampelfarben Grün, Gelb, Rot - jeweils bezogen auf 100g/ml eines Erzeugnisses. Der britische Handel und einige Industrieunternehmen werden voraussichtlich dieser Empfehlung folgen.
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