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Geschäfte mit der Angst

Nahrungsergänzer gegen Corona - BMEL warnt vor falschen Versprechungen

Hand mit Pillen
am Montag, 23.03.2020 - 10:38 (Jetzt kommentieren)

Jede Krise bringt Menschen hervor, die die Sorge anderer zu ihrem Vorteil zu nutzen versuchen. Das Bundesagrarministerium warnt vor falschen Versprechungen: Es gibt derzeit keinen Nahrungsergänzer, der vor Corona schützt!

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) warnt in einer Presseerklärung vor falschen Versprechungen hinsichtlich Nahrungsergänzern, die angeblich vor Corona schützen sollen.

In dem Schreiben heißt es, dass immer mehr Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln suggerierten, ihr Produkt bewahre in irgendeiner Weise vor einer Infektion mit dem Coronavirus.

Keine Wirkung auf das Coronavirus bekannt

Das Ministerium stellt in diesem Zusammenhang eindeutig klar:

  • Es gibt kein Nahrungsergänzungsmittel, das eine Infektion mit dem Virus verhindern kann.
  • Nahrungsergänzungsmittel dienen nicht der Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen.
  • Eine gesundheitsbezogene Werbung wie "schützt vor Viren" ist verboten.
  • Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit von bestimmten Pflanzen, Vitaminen oder Mineralstoffen gegen das Cornavirus beweisen. Wenn Studien zitiert sind, beziehen sich diese auf andere Viren.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner äußerte sich verärgert: „Man spielt nicht mit der Angst der Menschen. Diese Geschäftemacher dürfen keinen Erfolg haben!"

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) werde sich an die Betreiber verschiedener Plattformen wenden und diese auffordern, unzulässige „Corona-Nahrungsergänzungsmittel“ nicht mehr zum Verkauf anzubieten.

Schutz bietet im Moment nur die Kontaktvermeidung

Im Netz häufen sich seit Wochen diese Angebote – mal mit der direkten Behauptung, ein bestimmtes Mittel schütze vor Corona, mal mit eher subtileren Hinweisen. Die Reichweite der beworbenen Mittel geht dabei von Knoblauchpillen über Vitaminpräparate bis hin zu homöopathischen Mitteln.

Bislang ist kein Zusammenhang zwischen einem solchen Produkt und der Wahrscheinlichkeit einer Corona-Infektion bekannt. Wirklichen Schutz verspricht gegenwärtig nur eine Kontaktvermeidung. Die internationale Forschung arbeitet derweil mit Hochdruck an einem Impfstoff.

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