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Umwelt

Naturschutzmaßnahmen erfolgreich umsetzen

von , am
17.07.2013

Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft gibt Tipps, wie Naturschutzmaßnahmen in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden können. Denn die Akzeptanz in der Ladnwirtschaft ist größer als manch einer denkt.

Greenwashing statt Greening? Gehören Pestizide und synthetischer Dünger auf ökologischen Vorrangflächen? © Catrin Hahn
Die grundsätzliche Akzeptanz in der Landwirtschaft für Naturschutzmaßnahmen ist größer, als üblicherweise vermutet wird. Diese Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wird leider zuweilen durch schlechte Erfahrungen mit ordnungsrechtlichen Naturschutzvorhaben überlagert. Für langfristige Erfolge müssen kooperative Wege eingeschlagen werden. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zeigt in ihren zahlreichen gemeinsam mit Landwirten durchgeführten Projekten, wie Naturschutz durch Nutzung funktionieren kann.

Vertrauen ist wichtig

Es ist von Anfang an wichtig, dass eine Vertrauensbasis vorhanden ist oder solide aufgebaut werden kann. Um diese zu erreichen, spielen z. B. Fairness, gegenseitiges Verständnis für abweichende Vorstellungen und die offene Kommunikation hierüber sowie Kompromissbereitschaft eine wichtige Rolle. Die Bereitschaft zum Abbau von Vorurteilen muss bei allen Beteiligten vorhanden sein. Hilfreich können Modellprojekte oder Pioniere sein. Die Freiwilligkeit der Teilnahme stellt eine gute Voraussetzung für eine Kooperation von Landwirtschaft und Naturschutz dar. Fachliche Beratung, idealerweise durch eine Institution wie die Stiftung, die die Bedürfnisse aller Beteiligten kennt und zusammenführen kann, sowie der offene Austausch während der Umsetzung sorgen dafür, dass evtl. auftretende Probleme gemeinsam gelöst und Maßnahmen weiterentwickelt werden können.
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Bestätigung und Motivation schaffen

Eine Bewertung der Maßnahmen und die darauf aufbauende Öffentlichkeitsarbeit, mit Darstellung der Erfolge zur Erlangung positiver Rückmeldungen und gesellschaftlicher Anerkennung, schaffen Bestätigung und Motivation. Art sowie Umfang der Leistung der Landbewirtschafter und die damit verbundenen Konditionen müssen in die täglichen Abläufe, die standörtlichen Bedingungen und Zukunftsaussichten des Betriebes integrierbar sein. Grundlegende Basen zur Vereinbarung über die finanziellen Konditionen stellen die Ermittlung des Aufwandes für die zusätzliche Arbeitsleistung und des Ertragsausfalles dar. Ein darüber hinaus gehender gewisser wirtschaftlicher Anreiz ist im Sinne des gegenseitigen Entgegenkommens ggf. zu berücksichtigen. Weiterhin sollten geringer Verwaltungsaufwand, ein Mindestumfang der Maßnahmen und z. B. steuerliche, versicherungs- oder fördertechnische Konsequenzen Berücksichtigung finden.

Kapital nicht verpuffen zu lassen

Die Maßnahmen sollten naturschutzfachlich nachhaltig wirksam und praxistauglich sein, um eingesetztes Kapital nicht verpuffen zu lassen. Die Langfristigkeit ermöglicht Landwirten zusätzlich eine zuverlässige Planungsmöglichkeit und höhere zukünftige betriebliche Sicherheit. Die gegenseitigen Rechte und Pflichten sollten vertraglich klar vereinbart werden, um Missverständnisse auszuschließen. Anreize zur Kooperation ergeben sich aus landwirtschaftlicher Sicht auch, wenn Betriebsflächen durch Naturschutzmaßnahmen langfristig erhalten werden können, wie es z. B. im Rahmen produktionsintegrierter Kompensationsmaßnahmen der Fall ist, die ansonsten durch Kündigung der Pachtverträge aus der Produktion fallen würden.
 
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