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Politik national

NEC-Richtlinie: Weniger Methan = weniger Milchbauern?

von , am
28.05.2015

Die EU will mit Hilfe der so genannten NEC-Richtlinie den Ausstoß von Methan und Ammoniak verringern. Der Bayerische Bauernverband fürchtet, dass viele Bauern ihre Höfe aufgeben müssten.

Verdaut die Kuh, entsteht Methan und Ammoniak. Die EU will bis 2030 39 Prozent der Emmission einsparen. © Andreas P/fotolia
Heute tagt der Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments in Brüssel. Auf der Tagesordnung steht auch eine Richtlinie zur Verringerung bestimmter Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie). Durch die "NEC-Richtlinie" soll unter anderem eine weitere Verringerung der Methan- und Ammoniakemissionen erreicht werden.
 
Bis 2020 sollen im Vergleich zum Jahr 2005 fünf Prozent und ab 2030 dann insgesamt 39 Prozent der Emissionen eingespart werden.

Hauptsächlich Rinder- und Milchviehhalter betroffen

"Die Pläne der EU hätten enorme Auswirkungen für die bayerische Landwirtschaft", fürchtet der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes Walter Heidl. Betroffen wären seiner Ansicht nach insbesondere Rinder- und Milchviehhalter. Rund 26 Prozent aller deutschen Rinder stehen im Freistaat, knapp 37.000 Milchbauern erwirtschaften damit ihr Einkommen. "Die Familienbetriebe mit Rinderhaltung erhalten Almen, Wiesen und Weiden. Ohne Rinder würde Bayern komplett anders aussehen."

Heidl: Brüssel schießt über das Ziel hinaus

Eine von der EU selbst in Auftrag gegebene Studie zeigt dem BBV zufolge jedoch, dass die Ziele der NEC-Richtlinie nur dann erreicht werden können, wenn in Deutschland mehr als die Hälfte der Rinder und rund zehn Prozent der Milchkühe verschwinden. "Mit der geplanten NEC-Richtlinie schießt die EU jedoch weit über das Ziel hinaus. Die vorgesehenen Reduzierungen lassen sich mit technischen Maßnahmen nicht erreichen. Viele Bauern müssten ihre Höfe aufgeben oder ihre Tiere zum Schlachter bringen", prognostiziert Heidl.
 
In einem aktuellen Positionspapier fordert das Präsidium des Bayerischen Bauernverbandes deshalb, dass die EU ihre Pläne grundsätzlich überarbeitet.
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