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Politik national

Der neue niedersächsische Agrarminister im Gespräch

von , am
11.02.2013

Hannover - Christian Meyer von den Grünen wird Minister für Landwirtschaft in Niedersachsen. Wir sprachen heute mit ihm über seine Ziele.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer will das Nährstoffkataster durchsetzen. © GRÜNE
Zehn Tage sind seit der Wahl in Niedersachsen vergangen. Am Wochenende einigten sich SPD und Grüne über die Bildung einer Koalition in Hannover. Die Grünen bekommen vier von neun Ministerien - darunter das Agrarressort. Christian Meyer von den Grünen wird Minister für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Niedersachsen.  Die Grünen erhalten mit den Ressorts Agrar, Umwelt, Wissenschaft und Justiz vier der neun Ministerien, wie der designierte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte. Weil soll am 19. Februar im Landtag gewählt werden.
Im Gespräch mit agrarheute.com nannte der designierte niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer Ziele seiner Amtszeit und antwortete auch auf Vorbehalte aus der Branche. "Ich glaube, da hilft ganz viel Dialog und gegenseitiges Zuhören. Dazu sind wir als Grüne bereit", sieht Meyer die Möglichkeit, die ausgerufene "Agrarwende" in Niedersachsen gemeinsam zu erreichen.

Verbraucher und Landwirte im Blick

"Lebensmittel müssen so produziert, dass der Verbraucher zufrieden ist, dass muss sich aber auch im Preis für den Landwirt wiederspiegeln", entgegnet Meyer Befürchtungen, die Ausrichtung seines Ressorts zu sehr auf den Verbraucherschutz zu legen. Der diplomierte Sozialwirt gilt als einer der Verfechter einer Agrar-Wende, die eine ökologisch-nachhaltige Landwirtschaft ohne "Massentierhaltung" propagiert.
 
"Uns Grünen wird eine sehr hohe Kompetenz in der Agrarpolitik zugeschrieben. In Niedersachsen waren wir in Umfragen vor der CDU", zeigt Meyer auf.
Bezüglich der EU-Agrarfördergelder will Meyer insbesondere bäuerliche Strukturen stärken und verhindern, dass die Gelder an Großbetriebe fließen, die keine Arbeitsplätze schaffen. "Wir wollen eine starke zweite Säule für die ländlichen Räume." Diese müssten aber in eine gesellschaftlich akzeptierte Richtung fließen und nicht "nach dem Gießkannenprinzip" verteilt werden, wie es der designierte Landwirtschaftsminister sieht.
 
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