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Ernährung und Gesundheit

Neues EU-Programm für gesunde Ernährung an Schulen

pd
am
03.02.2014

Brüssel - Die Europäische Kommission hat vor kurzem vorgeschlagen, das Schulobstprogramm und die Schulmilchregelung in einem gemeinsamen Rahmen zusammenzufassen.

Unter dem Motto "Iss gesund, fühl dich gut" sollen Kinder künftig vermehrt für gesunde Essgewohnheiten, die breite Palette landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Lebensmittelverschwendung sensibilisiert werden.
 
Angesichts des rückläufigen Verbrauchs dieser Produkte durch Kinder gelte es, wirksamer gegen schlechte Ernährung vorzugehen, die pädagogischen Aspekte der Regelungen zu verstärken und zur Adipositasbekämpfung beizutragen, heißt es in einer Aussendung der Kommission.

EU will Kinder zu gesundem Essen erziehen

Agrarkommissar Dacian Ciolos sieht in der Neuregelung "eine wichtige Maßnahme, um die Essgewohnheiten von Kindern nachhaltig zu ändern und das Bewusstsein für große gesellschaftliche Herausforderungen zu stärken. Außerdem hoffe ich, dass es auf diese Weise möglich sein wird, die Beziehungen zwischen Erzeugern landwirtschaftlicher Produkte und Kindern, ihren Eltern und Lehrern, insbesondere in städtischen Gebieten, zu verbessern." Für die teilnehmenden nationalen Behörden, Schulen und Kindergärten sowie Lieferanten soll die geplante Vereinheitlichung den Verwaltungs- und Organisationsaufwand senken.

Mehr Geld für Obst und Milch an Schulen

Die Beteiligung an der Regelung ist freiwillig und die Mitgliedstaaten können selbst entscheiden, welche Erzeugnisse verteilt werden. Der Vorschlag muss nun vom EU-Parlament und dem EU-Rat gebilligt werden.
 
Nach der Verabschiedung sind für das Programm jährlich Haushaltsmittel in Höhe von 230 Millionen Euro vorgesehen - 150 Millionen Euro für Obst und Gemüse und 80 Millionen Euro für Milch. Für heuer gibt es dafür insgesamt 197 Millionen Euro (122 Millionen Euro beziehungsweise 75 Millionen Euro).

Hintergrund:

Beide Programme kommen zusammen jährlich nahezu 30 Millionen Kindern zugute. Angesichts des rückläufigen Verbrauchs von Obst, Gemüse und Milch sowie des steigenden Konsums von stark verarbeiteten Erzeugnissen sind sie aber im Hinblick auf steigendes Übergewicht und Adipositas bei Kindern (WHO schätzte 2010 jedes dritte Kind zwischen sechs und neun Jahren in der EU als übergewichtig oder krankhaft fettleibig ein, 2008 betraf es noch jedes vierte Kind) wichtiger als je zuvor. Österreich bekam im Schuljahr 2011/12 aus dem EU-Haushalt 712.000 Euro für verbilligte Schulmilch und weitere 750.000 Euro für Schulobstprogramme. Letztere wurden mit nationalen Mitteln verdoppelt.
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