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Politik national

Neun Länder plädieren für Verbot von Reserve-Antibiotika in der Tiermast

© Mühlhausen/landpixel
von , am
16.01.2015

Berlin - Neun Bundesländer wollen den Einsatz von Reserveantibiotika aus dem Humanbereich in der Tiermast verbieten. Außerdem wollen die Amtschefs den Tierärzten Festpreise für Antibiotika vorgeben.

Tierhalter sind verpflichtet den Antibiotikaeinsatz in der Datenbank zu melden. © Vet-foto/landpixel.de
Unter Federführung des Amtschefs Rheinland-Pfalz wollen sich neun Bundesländer für ein Verbot von Reserveantibiotika aus dem Humanbereich in der Tiermast starkmachen. Sie haben sich darüber auf der Internationalen Grünen Woche verständigt. Neben Rheinland-Pfalz sollen die Länder Baden-Württemberg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen für den Vorschlag sein.
 
 
"In Deutschland werden an Nutztiere fünf Mal mehr Antibiotika als an Menschen verabreicht", sagte der rheinland-pfälzische Staatssekretär Thomas Griese in Berlin. Der unsachgemäße Einsatz der Arzneimittel führe dazu, dass Krankheitserreger zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln. "Wir wollen, dass bestimmte Antibiotika ausschließlich für Notfälle in der Humanmedizin zur Verfügung stehen und in der Tiermast ganz verboten werden", bekräftigte Griese.

Forderung: Festpreise für Antibiotika

Auf Antrag von Rheinland-Pfalz und anderen Ländern wollen die Amtschefs außerdem den Tierärzten Festpreise für Antibiotika vorgeben. Inzwischen sei es so, dass ein Teil der Tierarztpraxen mehr über den Verkauf der Antibiotika verdiene, als über die tierärztliche Betreuung. Mit Rabatten für große Mengen würden sogar Anreize zum Antibiotikaverkauf geboten. Durch Festpreise solle dies verhindert werden.
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