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Burger-Gate

Neuseeländische Fluglinie serviert Fleischersatz-Burger

Veggieburger
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Sabine Leopold, agrarheute
am
06.07.2018

Die Fluglinie Air New Zealand wollte mit einem Burger aus pflanzlichem Fleischersatz besonders innovativ sein. Jetzt hagelt es Schelte von Politikern, Fleischerzeugern und Verbrauchern.

Das ging nach hinten los: Die neuseeländische Fluglinie Air New Zealand bietet ihren Premium-Gästen auf dem Flug von Los Angeles (USA) nach Auckland (NZ) einen Burger mit pflanzlichem "Fleischklops" an. Die Aktion ist ein Deal mit dem US-amerikanischen Startup "Impossible", das vor ein paar Monaten massiv für seinen Veggie-Burger warb, der nicht nur schmecke und rieche wie Fleisch, sondern sogar bluten könne.

Doch jetzt hagelt es Kritik am Verhalten der Airline aus dem eigenen Land. Schließlich ist Neuseeland einer der weltgrößten Rind- und Schaffleischproduzenten.

Politiker melden sich zu Wort

Der agrarpolitische Sprecher der New Zealand National Partei, Nathan Guy, äußerte via Twitter seinen Unmut über die Aktion:

"Es ist enttäuschend zu sehen, dass die Air NZ einen Fleischersatz-Burger auf ihren Flügen in die USA anbietet. Wir produzieren die köstlichsten Steaks und Lammerzeugnisse auf diesem Planeten – GVO- und hormonfrei. Die nationale Fluglinie sollte unsere Premiumprodukte unterstützen", twitterte Guy.

Auch der Premier ist sauer

Der amtierende Premierminister von Neuseeland, Winston Peters, äußerte sich ebenfalls kritisch. Die nationale Fluglinie solle besser ein Hauptvermarkter für die heimische Fleischerzeugung sein. 

"Air New Zealand [...] existiert dank der neuseeländischen Steuerzahler. Zu diesen Steuerzahlern gehört auch die Farm- und Fleischbranche, die sicherstellen will, auch außerhalb unserer Grenzen an der Spitze des Marktes mitzuspielen", erklärte Peters.

"Burger-Gate" in den sozialen Medien

Das neuseeländische "Burger-Gate" hat inzwischen weite Kreise gezogen. Zahlreiche Verbraucher meldeten sich in den sozialen Medien zu Wort und forderten eine Beendigung der Aktion.

Die Fluglinie hält jedoch bislang an der Vermarktung der "Impossible"-Burger fest.

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