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Aufreger

Niederländer verschiffen Gülle zu deutschen Bauern

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Anke Fritz, agrarheute
am
23.11.2015

Die Anwohner nördlich von Koblenz regen sich über Gülle-Schiffe, die aus den Niederlanden nach Deutschland kommen, auf. Sie stört der Gestank. Die Obst- und Ackerbauern der Region sind aber dankbare Abnehmer.

Einige Rhein-Anrainer haben die Nase voll: Tankschiffe, die den Rheinhafen in der Gemeinde Brohl-Lützing nördlich von Koblenz anlaufen, sind voller Gülle. Tausende Tonnen werden hier am Rande der Vulkaneifel auf Lastwagen umgeladen. Diese fahren den natürlichen Dünger aus den Niederlanden zu Bauern der Umgebung, schreibt die Deutsche Presseagentur dpa.

Wie Herbert Netter, Pressereferent des Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, gegenüber agrarheute erklärt, "lechzen die Bauern nach Gülle. Die Gemeindeverwaltung Grafschaft ist eine reine Ackerbau- und Obstbauregion, die dringend organische Substanz benötigen", erklärt Netter.

Landwirte brauchen die Gülle

Insgesamt handelt es sich laut Netter um 15.000 Kubikmeter Gülle im Jahr, die aus den Niederlanden mit dem Schiff anlanden und dann mit LKWs abtransportiert werden. Übers Jahr gerechnet seien das ungefähr zehn Schiffe. Wie Netter weiter erläutert, entspreche die Menge der angelieferten Gülle rund 750 Kühen. "Da wir hier kaum Tierhaltung haben, sind wir froh über die Lieferungen aus den Niederlanden", sagte Netter gegenüber agrarheute.

Gemeinderat verabschiedet Resolution

Während sich die Acker- und Obstbauern freuen, geht die Debatte weiter. Wie die Deutsche Presseagentur berichtet, hat der Gemeinderat eine Resolution gegen die Gülle-Schiffe verabschiedet. Sie schlägt die Wahl eines anderen Hafens ohne nahe Wohnhäuser vor - oder wenigstens die Verpflichtung zu neuen Vorrichtungen, die den Gestank verhindern. An diesem Montag (23. November) ist ein Gespräch mit dem Hafenbetreiber geplant.

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