Login
Politik international

Niederländischer Bauernverband warnt vor Mercosur-Abkommen

von , am
15.03.2011

Den Haag - Der niederländische Bauernverband (LTO) und die Zentralorganisation des Fleischsektors (COV) warnen vor einem EU-Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Mercosur-Raum.

Bald könnten deutsche Betriebe wieder Rindfleischprodukte nach Russland exportieren. © Goran Milic/fotolia.de
In einem Schreiben an Agrarstaatssekretär Henk Bleker äußern die beiden Verbände ihre tiefe Besorgnis über negative Folgen eines Abkommens für die europäische Landwirtschaft. Die Europäische Kommission setzt die Gespräche mit den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Venezuela in dieser Woche in Brüssel fort. Nach Einschätzung von LTO und COV würde ein Abkommen die Existenz tausender Tierhaltungsbetriebe in den Niederlanden gefährden. Die schon jetzt negative Handelsbilanz der EU im Agrarhandel mit den Mercosur-Ländern würde noch unausgeglichener.
 

Produktionsstandards sind nicht vergleichbar

LTO und COV fürchten, die Europäische Kommission verfolge einen zu liberalen Kurs. Sie stellen fest, die Anforderungen an die Nachhaltigkeit der Produktion seien nicht vergleichbar. In den Mercosur-Ländern würden niedrigere Anforderungen an den Tier- und Umweltschutz und die Rückverfolgbarkeit gelten. Außerdem seien dort Wachstumshormone, eine Reihe von Pflanzenschutzmitteln und von gentechnisch veränderten Organismen sowie Antibiotika erlaubt, deren Einsatz in der Europäischen Union untersagt sei. Die beiden Verbände fordern die EU-Kommission und die niederländische Regierung auf, statt regionaler Handelsvereinbarungen wie mit den Mercosur-Ländern bevorzugt ein neues multilaterales Außenhandelsabkommen innerhalb der Welthandelsorganisation (WTO) zu schließen.
Auch interessant