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Dorf und Familie

Niedersachsen: Zwei von drei Betrieben ohne Hofnachfolger

pd
am
26.10.2011

Hannover - Viele Höfer stehen ohne Nachfolger da. Vor allem kleine Betrieben gehen aufgrund des Strukturwandels in eine ungewisse Zukunft.

Ab heute gelten neue Regeln. © Mühlhausen/landpixel
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hält unvermindert an. Neben wirtschaftlichen Gründen ist häufig die fehlende Hofnachfolge Grund für die Aufgabe der landwirtschaftlichen Betriebe. Bei nahezu zwei Dritteln der 26.000 als Einzelunternehmen geführten niedersächsischen Betriebe mit einem Betriebsleiter über 45 Jahren ist die Hofnachfolge ungeklärt, so die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.

Unsicherheit bei Nebenerwerbsbetrieben am größten

Wie die Landwirtschaftszählung 2010 des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie belegt, können von den rund 16.000 niedersächsischen Haupterwerbsbetrieben nur 6.000 sicher mit einer Hofnachfolge rechnen.
 
Bei den Nebenerwerbsbetrieben sieht es noch ungünstiger aus: Von knapp 10.000 Betriebsleitern wissen heute nur knapp 2.000, wer den Betrieb später übernehmen wird.
 
Übernahmewahrscheinlichkeit von Betriebsgröße abhängig
 
Die Sicherheit bei der Hofnachfolge wächst mit zunehmender Betriebsgröße. Während bei den niedersächsischen Haupterwerbsbetrieben mit weniger als 50 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche lediglich bei 23 Prozent die Hofnachfolge gesichert erscheint, ist dies bei den über 50 Hektar großen Betrieben immerhin zu 47 Prozent der Fall. In diesen Betrieben wird noch am ehesten ein Einkommen erwirtschaftet, das ein bis zwei Familien ernährt.
 
Veredlungsbetriebe haben die besten Aussichten
 
Vergleicht man die Nachfolgesituation bei unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Ausrichtungen, so ergibt sich für Veredelungsbetriebe im Haupterwerb die günstigste Voraussetzung für eine spätere Betriebsübergabe. Hier hat jeder zweite Betriebsleiter einen Nachfolger, während dies in den Bereichen Ackerbau, Gartenbau und Futterbau nur für jeden dritten Betriebsinhaber gilt.
 
Statistisch ist der typische Hofnachfolger auf den größeren Betrieben männlich, 15 bis 35 Jahre alt, hat überwiegend eine landwirtschaftliche Ausbildung und arbeitet bereits gelegentlich oder ständig mit auf dem Hof.
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