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Politik national

Niedersachsenwahl: Rätseln um Umfrage und Agrarminister

von , am
31.01.2013

Wer stellt in Niedersachsen den neuen Landwirtschaftsminister - SPD oder Grüne? Das ist die eine Frage. Die andere ist, ob unsere Umfrage zur Landtagswahl gezielt beeinflusst wurde.

Welche Partei passt? Nach unserem Test sind Sie schlauer. © Gerd Altmann/pixelio.de
Nach der Landtagswahl in Niedersachsen und dem Rot/Grünen Wahlsieg erheben nun beide Parteien Anspruch auf das Landwirtschaftsministerium.
 
Die SPD favorisiert den Zuschnitt Europa, Regionale Entwicklung und Landwirtschaft unter Führung der Juristin Birgit Honé . Die Grünen diskutieren über verschiedene Varianten, bis hin zu einem Superministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Energie - ähnlich wie in Schleswig-Holstein. Für dessen Leitung käme in erster Linie Spitzenkandidat Stefan Wenzel in Betracht. Er ist Agrarökonom mit Abschluss an der Universität Göttingen.
 
Die eingesetzten Arbeitsgruppen sollen ihre inhaltlichen Gespräche bereits in dieser Woche abschließen. Die Wahl des Ministerpräsidenten ist für Mitte Februar vorgesehen.

Infratest dimap: Wähler sprechen Grünen bessere Agrarpolitik zu

Kurz nach der Wahl hatte das Meinungs- und Wahlforschungsinstitut infratest dimap eine interessante Frage gestellt. Das Institut fragte die Wähler, welcher Partei sie die meiste Kompetenz in Sachen Agrarpolitik zutrauen. Das Ergebnis: 34 Prozent vertrauen bei der Landwirtschaftspolitik auf die CDU. Besser schnitten jedoch die Grünen mit 35 Prozent ab.

Umfrage auf agrarheute.com: Merkwürdige Entwicklung

Nachdem das Verhältnis Landwirt/Verbraucher bei dieser Frage unbekannt war, haben wir bei unseren Lesern nachgefragt und wollten wissen, wie sie den Wechsel des niedersächsischen Agrarressorts von der CDU zu den Grünen beurteilen.
Das Ergebnis fiel überraschend aus: Dem aktuellen Stand zufolge freuen sich 53 Prozent der Umfrageteilnehmer darüber, dass ein Wechsel des Agrarressorts von der CDU zu den Grünen die Kluft Landwirt/Verbraucher verkleinern könnte.
 
Noch überraschender: Offenbar hat sich die Meinung der Abstimmenden ein paar Tage nach Beginn der Umfrage gedreht. Denn ursprünglich waren 58 Prozent Teilnehmer der Meinung, dass die CDU - sprich der bisherige Landwirtschaftsminister Gert Lindemann - "einen guten Job gemacht hat" (jetzt: 38 Prozent) andere waren "unentschlossen" und wollten noch abwarten (jetzt: neun Prozent).

landlive-Debatten und Wähleranalyse widersprechen Umfrageergebnis

Nachdem auch unsere landlive-Community lebhaft über den Wahlausgang diskutiert, haben wir uns dort ebenso schlau gemacht. Und auf landlive - wo sich die Diskussionsteilnehmer einloggen müssen - stehen viele dem Wahlergebnis skeptisch gegenüber.
 
Auch die Forschungsgruppe Wahlen hat sich näher mit den Wählergruppen befasst. Ihrer Analyse zufolge wählten knapp 66 Prozent der niedersächsischen Landwirte CDU, die FDP erreichte bei den Landwirten 18,2 Prozent. FDP und CDU blieben also bei den niedersächsischen Landwirten die stärkste Kraft. Denn die SPD wählten nur knapp acht Prozent,4,7 Prozent der Landwirte setzte ihr Kreuzchen bei den Grünen.

Fazit

Die Moral von der Geschicht: Trau der eigenen Umfrage nicht. Ob es Aufrufe gab, die Umfrage gezielt zu beeinflussen, wissen wir nicht. Der Verdacht liegt angesichts der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen und der Diskussionen unserer Community landlive nahe. Schade, denn ein wirkliches Stimmungsbild wäre interessant gewesen.
 
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