Login
Wirtschaft

Nordzucker mit Rekordergebnis

AgE
am
04.06.2012

Der Nordzucker-Konzern hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und damit das beste Ergebnis in der bisherigen Firmengeschichte erzielt.

zucker_hand.jpg
Deutschlands zweitgrößter Zuckerverarbeiter gab vergangene Woche für das abgelaufene Jahr 2011/12 einen Konzernüberschuss von 208 Millionen Euro bekannt, nach 91 Millionen Euro im Jahr zuvor. Einen neuen Höchststand meldet Nordzucker ebenfalls beim Konzernumsatz, der bis zum Ende des Geschäftsjahres auf zwei Milliarden Euro anstieg und damit um 200 Millionen Euro höher ausfiel als 2010/11.
Der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Hartwig Fuchs, kündigte angesichts des positiven Ergebnisses eine deutlich steigende Gewinnausschüttung an. Der Hauptversammlung werde man am 12. Juli eine Dividende von ein Euro pro Aktie vorschlagen, nachdem diese im Vorjahr noch bei 0,46 Euro je Aktie gelegen habe.

Fenster zum Weltmarkt geöffnet

Die positiven Geschäftszahlen begründete Fuchs nicht zuletzt mit dem guten Absatz von Quotenzucker bei im Vergleich zum Vorjahr höheren Preisen sowie mit signifikanten Einsparungen durch das firmeneigene Effizienzprogramm "Profitabilität plus". Beigetragen zum Unternehmensergebnis hätten auch die reibungslose Kampagne in den 13 Zuckerfabriken sowie Fortschritte bei wichtigen Projekten zur Weiterentwicklung des Unternehmens.
Durch die Kooperation mit Wilmar Sugar, einer Tochtergesellschaft des asiatischen Agrarkonzerns Wilmar International Limited, habe man zudem den Ausbau des Import- und Raffinationsgeschäftes vorangetrieben. "Damit ist das Fenster zum Weltmarkt geöffnet worden", betonte der Vorstandsvorsitzende. Die Zusammenarbeit mit Wilmar garantiere auch die bessere Auslastung der Standorte in Nord- und Osteuropa, da man dafür auf die Einfuhr von Rohzucker angewiesen sei. Mit dem konsequenten Ausbau des Geschäfts in den europäischen Standorten sei auch der Wandel zu einem internationalen Industrieunternehmen weiter vorangekommen. Rund 40 Prozent des Umsatzes entfielen mittlerweile auf die Region Nordeuropa und 13 Prozent auf die osteuropäischen Unternehmensteile.

Zuversichtlich für 2012/13

Auch für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich der Vorstandsvorsitzende Fuchs zuversichtlich. Ziel sei es, die Marktpräsenz in Europa zu stärken und das Raffinationsge- schäft auszubauen. Sowohl weltweit als auch europaweit werde sich der Zuckermarkt weiter konsolidieren. "Wir werden versuchen, an der Konsolidierung in Europa aktiv teil- zunehmen. Um dies zu können, werden wir unseren eingeschlagenen Weg, schneller, schlanker und effizienter zu werden, weitergehen", so der Vorstandschef. Weltweit werde die Zuckerproduktion 2012/13 deutlich über dem Vorjahresniveau liegen, was mit niedrigeren internationalen Preisen für Rohzucker einhergehen werde. Für den europäischen Markt deuteten sich allerdings stabile Tendenzen an. "Die ‚Hochs’ bei den Zuckerpreisen haben wir gesehen, das aktuelle Preisniveau ist aber immer noch auskömmlich", betonte Fuchs. Bei einem wie erwarteten Geschäftsverlauf würden 2012/13 sowohl der Umsatz als auch der Konzernjahresüberschuss über den Werten für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 liegen.

Zuckermarktordnung verlängern

Die Zukunft der Zuckermarktordnung bleibe jedoch ein Unsicherheitsfaktor für die kommenden Jahre, sagte Fuchs, der für eine Verlängerung der Marktordnungsregelung bis 2020 plädierte. Hauptursache der hohen Preise des Vorjahres sei die knappe Versorgungslage gewesen, da anvisierte Importe von EU-Partnerländern Afrikas, der Karibik und des Pazifik (AKP-Staaten) aufgrund der Entwicklungen bei den Weltmarktpreisen und beim Bioethanol nicht in dem benötigten Umfang zustande gekommen seien.
Der Versorgungssicherheit komme daher für die Zukunft wieder stärkere Bedeutung zu. Die würde seiner Einschätzung nach jedoch durch ein verfrühtes Ende der Zuckermarktordnung gefährdet. Gleichzeitig zeige sich eine wachsende Abhängigkeit von den Weltmärkten und die Konkurrenz zu anderen Feldfrüchten, allen voran Weizen und Raps. Trotzdem bleibe er optimistisch, was die Zukunft des Zuckermarktes in der EU angehe, unterstrich der Vorstandsvorsitzende, der für Nordzucker ungeachtet des anhaltenden Strukturwandels Standortschließungen für die nächsten Jahre ausschloss.

Kampf für eine Verlängerung der Zuckermarktordnung

Auch interessant