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Umwelt

NRW: Gülle soll hinter Schloss und Riegel

© Mühlhausen/landpixel
von , am
06.05.2015

Das Umweltministerium in Nordrhein-Westfalen will Konsequenzen aus dem Gülleunfall Ende April ziehen. 1,7 Millionen Liter Gülle waren in die Neye-Talsperre geflossen. Jetzt sollen die Vorschriften für die Lagerung verschärft werden.

NRW will die Vorschriften zur Lagerung von Gülle verschärfen. © Mühlhausen/landpixel
Wie das Internetportal derwesten.de berichtet, plant das  NRW-Umweltministerium offenbar eine Verschärfung der Vorschriften für die Lagerung von Gülle. Auslöser ist ein Vorfall Mitte März auf einem Hof im sauerländischen Halver: Von dort flossen 1,7 Millionen Liter Gülle über einen Bach in die Neye-Talsperre im Bergischen Land, heißt es auf der Internetseite. Auch agrarheute.com hat über diesen Vorfall berichtet. Ursache für den "Gülle-Gau" soll Sabotage gewesen sein: Dabei soll der Schieber an der Abfüllleitung des Güllebehälters auf dem Hof geöffnet worden sein. Das Landesumweltministerium hat angekündigt, "das Ereignis kritisch zu prüfen und Verbesserungsnotwendigkeiten herauszuarbeiten".
  • Sabotage? Ausgelaufene Gülle verseucht Gewässer

Güllebehälter sollen besser geschützt werden

Ein solcher Vorfall könne nicht ohne Konsequenzen bleiben, sagte ein Sprecher des Ministeriums gegenüber der WAZ-Redaktion. Dabei gehe es dem Ministerium offenbar sowohl um eine Begrenzung der Menge und damit der Lagerkapazität einzelner Betriebe wie auch die Art der Lagerung. Geplant sei wohl eine Änderung der Rechtsvorschriften. Darin solle festgeschrieben werden, dass Gülle-Behälter und -Silos künftig vor dem Zugriff Unbefugter zuverlässig geschützt werden müssen. Ein strenge Kontrolle der Vorschriften eingeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Der Gülle-Behälter auf dem Hof in Halver, der insgesamt mit 6.000 Kubikmeter Gülle gefüllt war, sei unmittelbar nach dem Unfall stillgelegt worden Die Ablaufleitung  ein Schlauch - sei inzwischen gegen unbefugtes Öffnen gesichert; die festinstallierte Entnahmeöffnung des Behälters sei mit einem Schloss versehen und vom Märkischen Kreis als zuständige Aufsichtsbehörde versiegelt worden, heißt es in dem Bericht an den Landesumweltausschuss. Der Gülle-Rest sei unter Aufsicht auf umliegende Flächen ausgebracht worden. Der Vorfall ist, abseits der politischen Dimension, auch Gegenstand von staatsanwaltlichen Ermittlungen.

Verheerender Gülleunfall

Mit Amphibienzäunen versucht man, die Todeszahlen etwas einzugrenzen. © Volker Leipzig
Dieses Bachneunauge hat die Gülleflut nicht überlebt. Sie zählen zu den bedrohten Tierarten. © Volker Leipzig
Über den Neyebach breitete sich die Flüssigkeit aus. © NABU-Oberberg
Eine braune Brühe fließt durch den Wald. © NABU-Oberberg
Weißer Schaum bildet sich im verschmutzten Gewässer. © NABU-Oberberg
Das Naturschutzgebiet trägt schwere Schäden davon. © NABU-Oberberg
Eine Erholung der Flora und Fauna wird viele Jahre dauern. © Volker Leipzig
Tote Fische am Ufer. © Volker Leipzig
Karpfen, Brachsen, Forellen und andere Fischarten ersticken in der Brühe. © Volker Leipzig
Für die Fische kommt jede Hilfe zu spät. © Volker Leipzig
Mit dem Kescher werden die toten Tiere aus dem Gewässer gefischt. © Volker Leipzig
Fische verenden qualvoll an Sauerstoffmangel. Sie ersticken. © Volker Leipzig
Das THW ist voll im Einsatz. © Volker Leipzig
Mitarbeiter versuchen, die Schäden etwas einzudämmen. © Volker Leipzig
Ein Schluck aus dem Bach kann zum Verenden führen, wie bei diesem Fuchs. © Volker Leipzig
Auch dieser Grasfrosch überlebte das Unglück nicht. © Volker Leipzig
Schaum und stinkende Brühe im Neyebach. © NABU-Oberberg
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