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Umwelt

NRW: Klimawandel verwandelt Städte in Hitzeinseln

von , am
11.10.2013

Eine Studie des Umweltministeriums hat die Auswirkungen des Klimawandels im Kölner Stadtgebiet analysiert und gibt Empfehlungen für den Umgang mit Hitzewellen und Starkregenereignissen.

Der Klimawandel wird die Städte in Nordrhein-Westfalen in Zukunft verstärkt in Hitzeinseln verwandeln. Das bestätigen die Ergebnisse des Forschungsprojekts "Klimawandelgerechte Metropole Köln", die das NRW-Umweltministerium vorgestellt hat. Die Studie zeigt unter anderem, dass die Temperaturen im verdichteten Kölner Stadtgebiet schon jetzt während Hitzeperioden um bis zu zehn Grad höher liegen als im weniger bebauten Umland und dass sich dieser Trend in den nächsten Jahren fortsetzen wird.
 
Zudem könnte sich die Zahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad im Stadtgebiet bis Mitte des Jahrhunderts verdoppeln. Insbesondere bei temperatursensiblen Bevölkerungsgruppen – wie etwa älteren Menschen - könnte diese Entwicklung zu stärkeren Belastungen der Gesundheit und Einschränkungen der Lebensqualität führen.

Auch Starkniederschläge können deutlich zunehmen

Neben dem Aspekt Wärmebelastung stand auch die Untersuchung von Starkniederschlägen bei der Studie im Vordergrund. Dr. Paul Becker, Vizepräsident des DWD, erklärte: "Die Erkenntnisse zur Veränderung von Starkniederschlagsereignissen im Klimawandel sind bisher noch deutlich unsicherer als im Bereich Temperatur und Wärmebelastung. Daher haben wir erstmalig flächendeckende Radar-Niederschlagsdaten verwendet, um die räumliche Struktur von Starkniederschlag in Köln besser verstehen zu können. Die Auswertung von Projektionsdaten zeigt zudem, dass Starkniederschlagsereignisse in Köln bis Mitte des Jahrhunderts deutlich zunehmen können."
 

Den Klimawandel bereits heute bei der Städteplanung berücksichtigen

"Der Klimawandel ist kein abstraktes Gebilde mehr. Er trifft jede und jeden von uns", sagte Klimaschutzminister Johannes Remmel zu den Ergebnissen der Studie. "Nordrhein-Westfalen ist mit seinen Ballungsräumen und Städten ganz besonders anfällig für die Folgen des Klimawandels."
 
Die Studie legt dar, welche Bereiche in Köln besonders klimarelevant sind und gibt Hinweise auf – heute und zukünftig – besonders hitzebelastete Gebiete. Das hat zum Beispiel Relevanz für die Neuplanung von Einrichtungen für ältere Menschen. "Das Projekt zeigt, dass den Auswirkungen von Hitzebelastung und Starkniederschlägen entgegen gewirkt werden kann, wenn das Thema Klimawandel bereits heute bei städtischen Planungsprozessen berücksichtigt wird", sagte Dr. Thomas Delschen, stellvertretender Präsident des Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV).

'Grüne Infrastruktur' gewinnt an Bedeutung

Konkrete Lösungsvorschläge zeigt die Studie am Beispiel des Kölner „Großmarktgelände Raderberg“ auf: Maßnahmen – wie die Beschattung von Fassaden durch Bäume oder die klimatisch optimale Anlage von Grünflächen und Parks – könnten die Luftzufuhr auf dem Gelände verbessern und eine Überhitzung an heißen Tagen stellenweise deutlich reduzieren.
 
Gründe für die städtischen Hitzeinseln sind unter anderem die Wärmespeicherung in Gebäuden, die fehlende Verdunstung von Pflanzen und die geringere Zufuhr von kühler Luft aus dem Umland. „Die Studie macht sehr deutlich, dass es immer wichtiger wird, auch der grünen Infrastruktur einer Stadt die notwendige Beachtung zu geben. Der hohe – auch ökonomische – Mehrwert für die Attraktivität der Städte oder das Gesundheitswesen fordert geradezu dazu auf, hier mehr zu tun“, betonte Klimaschutzminister Remmel.
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