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Lebensmittelkennzeichnung

Was ist der Nutri-Score?

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am Donnerstag, 17.09.2020 - 09:03 (Jetzt kommentieren)

Zucker, Fette, Kohlenhydrate - wie wertvoll ein verarbeitetes Produkt ist, verrät der Nutri-Score auf den ersten Blick. In Deutschland tragen bereits mehr als 1.000 Lebensmittel das neue Label zur Nährwertkennzeichnung auf der Verpackung. Immer mehr Lebensmittelhersteller, beispielsweise Wagner, nutzen den Nutri-Score, um Werbung für ihre Produkte zu machen.

Komplizierte Nährwerttabellen machen es den Kunden nicht gerade leicht, zu erkennen, ob das Produkt im Supermarktregal nun gesund ist oder nicht. Nicht immer hat der Käufer Zeit, das - oft winzig klein gedruckte - Etikett mit den Nährwertangaben zu entziffern. Und wenn, erschließt sich nicht gleich, wie viel Fett oder Zucker wirklich gut sind oder nicht.

Der Nutri-Score will mit fünf Farben und einer Skala von A bis E Orientierung auf einen Blick geben. Ein grünes A bedeutet, dass ein Lebensmittel empfehlenswert ist, ein rotes E heißt, dass es ernährungsphysiologisch betrachtet eher nicht zu empfehlen ist.

Was ist der Nutri-Score?

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Der Nutri-Score ist eine leicht verständliche, gut erkennbare Lebensmittelampel. Er wird auf die Verpackung von verarbeiteten Lebensmitteln gedruckt. Auf unverarbeiteten Produkten wie Kartoffeln oder Hackfleisch ist er nicht zu finden.

Der Nutri-Score sagt nicht unbedingt aus, wie gesund oder ungesund ein Fertigprodukt ist (laut Gesetz dürfen nur gesundheitlich unbedenkliche Lebensmittel in Verkehr gebracht werden), sondern ob ein Lebensmittel förderlich ist für eine gesunde Ernährung oder nicht.

Wer nutzt den Nutri-Score?

Über 1.000 Produkte in Deutschland tragen bereits die Nährwertampel. Und immer mehr Lebensmittelhersteller machen damit Werbung, oft auch für Produkte, bei denen man nicht unbedingt erwartet hätte, dass sie ein A oder B für gesunde Lebensmittel tragen. Zum Beispiel der Schokoladenhersteller Frankonia oder Dr. Oetker für die Tiefkühlpizza Wagner

In die Bewertung eines Produkts fließen einzelne Zutaten wie Zucker oder Fett ein, aber auch der Obst- oder Gemüseanteil im gesamten Lebensmittel. Der Nutri-Score wird vorne auf die Verpackung eines Lebensmittels gedruckt. Hinten sind wie gewohnt Nährwertkennzeichnung und Zutatenliste zu finden.

Deutschland folgt Vorreitern wie Frankreich und Belgien

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Die Nutri-Score-Ampel wird bereits in Frankreich und Belgien eingesetzt. Portugal, Luxemburg und die Schweiz arbeiten ebenfalls an einer Einführung.

Eine ganze Reihe von Herstellern druckt die Farbkennzeichnung bereits auf ihre Produkte, so zum Beispiel Danone, Bonduelle, Iglo oder auch Nestlé.

In Deutschland finden Kunden die fünfstufige Ampel auf mehr als 1.000 Lebensmitteln zum Beispiel in den Filialen der Lebensmittelketten Kaufland, Edeka oder Rewe.

A, B oder E - wie wird der Nutri-Score eingeteilt?

Um den Nutri-Score eines Lebensmittels zu berechnen, werden die Mengen verschiedener Inhaltsstoffe in 100 g beziehungsweise 100 ml des Produkts ermittelt. Dabei werden, so erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg, auf der einen Seite Nährstoffe einbezogen, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können:

  • Energiegehalt
  • Zucker
  • gesättigte Fettsäuren
  • Salz (Natrium)

Auf der anderen Seite werden auch Eigenschaften des Produkts berücksichtigt, die eine positive gesundheitliche Wirkung haben können. Dabei handelt es sich laut Verbraucherzentrale um den Ballaststoff- und Eiweißgehalt sowie den Anteil an Obst, Gemüse und Nüssen. Für die verschiedenen Inhaltsstoffe gibt es somit Punkte, die eine Gesamtpunktzahl ergeben, aus der wiederum die Bewertung auf der Skala von grün und „A“ bis rot und „E“ abgeleitet wird.

Was bringt der Nutri-Score den Verbrauchern?

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Der Wunsch nach einer leicht verständlichen, einheitlichen Kennzeichnung beim Einkauf ist groß. Der Nutri-Score hat sich in verschiedenen Befragungen gegenüber anderen Kennzeichnungen durchgesetzt. Bislang ist der Einsatz des Labels freiwillig.

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, hat die Kennzeichnung 2019 eingeführt und strebt nun eine verpflichtende Einführung an. Dazu müsste allerdings das geltende EU-Recht angepasst werden. Zumindest das Bundeskabinett hat Klöckner nun auf ihrer Seite - die Regierung hat ihrem Entwurf zum Nutri-Score Mitte August zugestimmt. 

Als Einkaufshilfe eignet sich der Nutri-Score ganz gut, hat aber auch einige Schwächen. So werden zahlreiche Zusatzstoffe wie Süßstoff oder Geschmacksverstärker nicht berücksichtigt. Die Einteilung in Stufen ist stark vereinfachend. Und da die Nutzung freiwillig ist, nutzt die Lebensmittelindustrie den Nutri-Score natürlich vor allem für Produkte mit einer positiven Wertung, also A oder B. Fertigprodukte mit einer schlechten Note wie D oder E findet man bisher in keinem Supermarktregal.

BMEL erklärt den Nutri-Score in einem Video über Twitter

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wirbt übrigens per Twitter für den Nutri-Score und klärt gleichzeitig in einem Erklärvideo, was der Nutri-Score ist und wofür die Lebensmittelampel steht. 

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