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Obduktion: Tote Frauen im Maisfeld von Landmaschine überrollt

Tote Frauen im Maisfeld
am Freitag, 09.07.2021 - 10:30 (Jetzt kommentieren)

Im Fall der beiden getöteten Frauen in einem Maisfeld in Norditalien bringen die Ermittler allmählich Licht in das zunächst mysteriöse Geschehen. Vermutet wird jetzt eine Drogenparty mit tödlichem Ausgang.

Die Rekonstruktion des Vorfalls durch die ermittelnden Behörden ergab bislang, dass die beiden Frauen in dem hohen Maisfeld südwestlich von Mailand von einer Stelzenspritze überrollt wurden. Das berichten derzeit verschiedene italienische Medien übereinstimmend.

Die beiden Marokkanerinnen starben an den Folgen ihrer schweren inneren Verletzungen, wie die Obduktion der Leichen bestätigte. Eine der beiden Frauen war sofort tot, die zweite überlebte den Zusammenprall zunächst, starb aber wenig später. Der inzwischen ermittelte Fahrer der Maschine gibt an, den Vorfall nicht bemerkt zu haben.

Suche durch die Polizei dauerte viele Stunden

Der schreckliche Vorfall ereignete sich vergangenen Woche in der Nacht von Donnerstag auf Freitag in San Giuliano Milanese in der Lombardei. Eine der beiden Frauen war noch in der Lage, die Rettungskräfte mit dem Mobiltelefon zu alarmieren. Sie hatte dabei auf Arabisch von einem Mähdrescher gesprochen.

Die Suche nach den Frauen durch die Polizei gestaltete sich allerdings schwierig, weil die Anruferin keine Ortsangabe machen konnte. Letztlich wurden die Frauen im Alter von 28 und 32 Jahren erst am Samstagabend tot aus dem Maisfeld geborgen.

Ein Beteiligter schildert die Nacht

Die Ermittler versuchen seit Tagen, das Geschehen zu rekonstruieren. Am Unfallort wurden mehrere leere Flaschen, Decken und vier Handys gefunden. Das Maisfeld liegt in der Nähe eines berüchtigten Drogenumschlagplatzes von Mailand.

Nach neuen Erkenntnissen waren die beiden Frauen in Begleitung von mindestens fünf weiteren Personen unterwegs, darunter vier Männer und eine Frau. Diese Personen flohen jedoch vom Unfallort und kehrten auch nicht zu den getöteten Frauen zurück.

Zwei der geflüchteten Männer im Alter von 35 und 21 Jahren konnten identifiziert und einer davon auch verhört werden. Nach seinen Schilderungen hatte die Gruppe in dem Maisfeld gefeiert und dabei Alkohol und andere Drogen konsumiert. Dadurch hätten sie die herannahende Maschine nicht gehört beziehungsweise sich nicht alle rechtzeitig in Sicherheit bringen können.

Gegen den 35-Jährigen wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt, weil die Polizei davon ausgeht, dass zumindest eine beiden getöteten Frauen hätte gerettet werden können, wenn die Helfer auf direktem Weg in das Maisfeld geführt worden wären.

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