Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Leibesertüchtigung

Obstbauer sei Dank: Wie ein Farmerskind Basketball erfand

Basketball-AdobeStock_166547347
am Sonntag, 17.04.2022 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Basketball ist eine junge Sportart. Zum Leben erweckt hat sie ein Farmersohn. Eine Schlüsselrolle spielt die Pfirsichernte.

James Naismith

Landwirte sind ja als findige Tüftler bekannt. Der Pflug ist ein Beispiel, die Kuh als Nutztier ein anderes. Aber auch sportlich hat die Landbevölkerung der Welt eine Reihe von Innovationen und Wettkampfideen geschenkt. Legendär sind Kuhfladen-Bingo, Leistungspflügen oder Fingerhackeln. Leider vergisst das die Menschheit schneller, als dass ein Pfirsich braucht, um vom Ast auf den Boden zu fallen. Womit wir bei einer anderen, heute sehr populären Sportart wären: dem Basketball.

Allein in der amerikanischen Basketballliga erwirtschafteten die Mannschaften in der Saison 2020/21 einen Umsatz von 6,4 Milliarden US-Dollar. Ein Riesengeschäft! Das hat sein Erfinder noch nicht ahnen können. James Naismith kam 1861 auf einer Farm in Ontario in Kanada zur Welt und wuchs dort auf. Doch statt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, studierte er und arbeitete als Sportlehrer an der International YMCA Training School in Springfield, USA.

Von Enten und Körben ohne Loch

Schon als Kind spielte der kleine James gerne ein Spiel, dass Kinder bereits seit dem Mittelalter kannten: „Duck on a rock“ - „Ente auf einem Stein“. Dabei geht es darum, einen großen Stein, der auf einem Felsen oder einem Baumstumpf liegt, zu verteidigen, während andere Kinder versuchen, den Stein, die „Ente“, mit kleineren Stein zu treffen. Ziel war es, die Ente herunterzuschupsen. Sein Chef erteilte ihm im Dezember 1891 den Auftrag, sich einen neuen Sport auszudenken. Geeignet, um ihn drinnen zu spielen und nicht so wild wie Football. 14 Tage Zeit hätte er.

Was also tun? Naismith hat sich an Duck on a rock erinnert und davon inspirieren lassen, wie er in Notizen festhielt. Er pinnte 13 Regeln zusammen, besorgte einen weichen Fußball und dann brauchte es nur einen Korb. Der Hausmeister schleppte schließlich zwei Körbe an. Naismith nagelte sie an die Empore der Halle. Perfekt. Allerdings musste der Hausmeister zunächst noch mit einer Leiter danebenstehen. Denn die Pfirsichkörbe hatten noch ihren Boden. Vielleicht brauchte man sie schließlich noch einmal für die Pfirsichernte ...

Basketball ohne Landwirtschaft undenkbar

Erst Jahre später kam man auf die Idee, dass eine untere Öffnung den Spielfluss erleichtern würde. Und natürlich entwickelte sich das Spiel weiter; das Dribbeln kam hinzu, das Raufen auf dem Spielfeld wurde verboten. Beim ersten Spiel gab es zahlreiche blaue Augen, eine ausgekugelte Schulter und einen bewusstlosen Spieler. Heute erinnert sich kaum einer mehr, dass Basketball ohne ein landwirtschaftliches Arbeitsgerät undenkbar gewesen wäre.

Das agrarheute Magazin Die digitale Ausgabe Dezember 2022
agrarheute digital iphone agrarheute digital macbook
agrarheute Magazin Cover

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...