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Dorf und Familie

Obsternte: Leitersturzunfälle vermeiden

pd
am
17.09.2013

Stürze von Leitern zählen zu den häufigsten Unfällen bei der Obsternte. Ursache sind meist ungesicherte Anlegeleitern. Mit der richtigen Leiter lassen sich Unfälle vermeiden.

Leitersturz aufgrund einer wurmigen Holzanlegeleiter. © SVLFG
2012 sind der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) über 3.000 Unfälle in Zusammenhang mit Leitern gemeldet worden, darunter sechs tödliche. Knapp neun Prozent der Leitersturzunfälle ereigneten sich bei der Obsternte. Mit der Aufstiegshöhe steigt das Unfallrisiko. An Obstbäumen ereignen sich die meisten schweren Leiterunfälle. Meistens sind ungesicherte Anlegeleitern ursächlich.
 
 
Die Auswahl der richtigen Leiter, die Sicherung der Leiter und ein sicheres Verhalten auf der Leiter sind deshalb die Grundvoraussetzungen für unfallfreies Arbeiten, empfiehlt Marion Nesselrath von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau.
 

Leitersturzunfälle entstehen durch:

  • • Verdrehen der Leiter um ihre Längsachse,
  • • Wegrutschen des Leiterfußes,
  • • nachgebenden oder brechenden Anlegepunkt (Ast),
  • • Abrutschen des Leiterkopfes, 
  • • Gleichgewichtsverlust.

Gesicherter Leiterkopf wesentlich

Besonders deutlich wird bei den Unfallschilderungen, dass sich mit einem gesicherten Leiterkopf nur sehr selten ein schwerer Unfall ereignet. Denn selbst wenn man hierbei abrutscht oder das Gleichgewicht verliert, bietet die Leiter oftmals noch eine sichere Festhaltemöglichkeit. Wenn sie dagegen am Leiterkopf nicht gesichert ist, ist die Gefahr groß, dass die Leiter mit umstürzt.
 
Leiterspitzen erhöhen die Sicherheit zusätzlich, verhindern weitgehend das Verdrehen und das Wegrutschen am Leiterfuß. Sie bieten aber keinen Schutz, wenn die Leiter am Leiterkopf wegrutscht.
 

Anlegeleiter benutzen

Zum Ausschneiden und Abernten von Obstbäumen sollten nur spezielle Obstbaum- oder Anlegeleitern benutzt werden. Obstbaumleitern werden einteilig oder mehrteilig angeboten und sind mit Stützen ausgerüstet. Sinnvoll sind Teleskopstützen, die sich dem Gelände anpassen. Bei einteiligen Leitern ermöglichen die Stützen das freie Aufstellen. Wird eine mehrteilige Leiter eingesetzt, muss der Leiterkopf an einen tragfähigen Ast angelegt werden. Beim Übersteigen der Stützenbefestigung kann die Leiter sonst nach vorn in den Baum hineinkippen.
 
Außerdem müssen mehrteilige Leitern mit Stützen mit Spreizsicherungen ausgerüstet sein. Diese sind straff einzustellen, damit Leiter und Stützen beim Besteigen nicht auseinandergrätschen. Obstbaumleitern sind besonders für Pflege und Ernte in der äußeren Baumkrone geeignet. Für die Arbeit im Inneren der Krone ist eher eine Anlegeleiter geeignet. Sie kann dort leichter positioniert werden und ist dadurch flexibler.
 

Leiter auf unbefestigtem Boden sichern

Auf unbefestigtem Boden nur Leitern mit Spitzen verwenden. © SVLFG
Die meisten Stürze von der Leiter ereignen sich, weil diese unzureichend oder gar nicht gesichert wurde. Soll die Leiter auf gewachsenem Boden sicher stehen, muss sie grundsätzlich mit Leiterspitzen ausgerüstet sein. Durch das Eindrücken der Spitzen in den Boden ist der Leiterfuß gesichert. Damit die Leiter im Anlegebereich nicht abrutschen kann, muss sie dort fest mit dem Ast verbunden werden. Dazu reicht ein einfacher Strick, besser wirkt ein spezieller Leitergurt.
 
Er kann schnell und unkompliziert angelegt werden, zudem ist er erheblich reißfester als ein herkömmliches Seil. Die Leiter muss an einem ausreichend starken Ast oder in einer stabilen Astgabel angelehnt werden. Der richtige Anstellwinkel beträgt in etwa 75 Grad.
 

Der sichere Auf- und Abstieg

Das richtige Schuhwerk ist wichtig, feste Schuhe mit einer griffigen Sohle und erhabenem Absatz sind dabei Pflicht, denn auch Aus- und Abrutschen kann eine Unfallquelle sein. Die Leiter darf nicht über den Anlegepunkt hinaus überstiegen werden. Das Übersteigen von der Leiter auf den als Anlage genutzten Ast hat schon oft zu Abstürzen geführt. Hauptgrund für Stürze ist jedoch das zu weite Hinauslehnen. Schnell ist man versucht, von seinem Standort aus möglichst viele Äste zu erreichen und dadurch die Leiter weniger umstellen zu müssen. Vernünftig und im Sinne der Gesundheit ist es aber, die Leiter öfter umzustellen, auch wenn dies etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt.
 
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