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Umwelt

Oderbruch: Felder wieder unter Wasser

von , am
22.08.2011

Seelow - Jährlich grüßt das Murmeltier: Im Oderbruch bedeutet das Wasser in Kellern und auf Feldern sowie eine Ernte, die mit hohen Verlusten eingebracht wird.

Landwirten im Oderbruch steht das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals. Unter dementsprechend schlechten Vorzeichen fand deshalb die fünfte Sitzung der Arbeitsgruppe "Wassermanagement Oderbruch" unter der Regie des Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg statt. "Die Situation ähnelt der im Sommer 2010. Starkregen führte zum Ansteigen des Wassers in den Gräben. Der Grundwasserpegel ist anhaltend hoch. Wasser steht in den Kellern und auf den Feldern. Die Ernte wurde wieder mit hohen Verlusten eingebracht", beschreibt Henrik Wendorff, Vorsitzender des Bauernverbandes Märkisch-Oderland die Situation.

Bewilligungsreife Projekte liegen auf Eis

Die 2010 gebildete Arbeitsgruppe "Wassermanagement Oderbruch" mit Vertretern aus Politik, Verbänden, Landesämtern und Ministerien soll sich diesen Problemen annehmen. Doch das funktioniert nicht wie gewünscht, wie Wendorff erörtert: "Wir treten auf der Stelle. Durch den Gewässer- und Deichverband eingereichte bewilligungsreife, förderbare Projekte liegen auf Eis, wie beispielsweise ein modernes elektronisches Wasser-, Überwachungs- und Regelssystem fürs Oderbruch, das Pegel messen, Pumpen- und Wehranlagen schalten und steuern soll. Wir arbeiten auf diesem Gebiet noch wie vor 50 Jahren." Der Bauernverband fordert eine schnelle Bewilligung des Antrages durch das zuständige Ministerium. "Willensbekundungen helfen hier allein nicht weiter", kritisiert der Verband.

Umweltministerium arbeitet an Gewässerentwicklungskonzepten

Wie der Verband mitteilt, werden im Umweltministerium nach eigenen Aussagen derzeit Vorbereitungen für die Erstellung von Gewässerentwicklungskonzepten getroffen. Der Bauernverband warnt in diesem Zusammenhang vor einer weiteren Ökologisierung der Gewässer im Oderbruch. "Maßnahmen, die gegen ein ausgewogenes Verhältnis von Be- und Entwässerung sind, lehnen wir ab", so der Verband.
 

Landwirtschaft im Oderbruch: Problemfall Wasser

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