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Wirtschaft

OECD-Bericht: Subventionen steigen wieder

aiz/pd
am
20.09.2013

Brüssel/Berlin - Jahrelang ging der Trend bei Agrarsubventionen nach unten. 2012 sind sie nach Angaben eines OECD-Berichts wieder gestiegen. Die höchste Förderung erhalten japanische Landwirte (56 %).

Laut OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ist in den weltweit führenden Agrarländern die staatliche Unterstützung für die Landwirtschaft im Jahr 2012 - nach einem historischen Tief - wieder gewachsen.
 
Insgesamt stieg die finanzielle Unterstützung durch Regierungen im vergangenen Jahr auf 17 Prozent (%) der Bruttoeinkünfte von Agrarbetrieben. 2011 hatten sie noch bei 15 % gelegen, wie aus dem gestern in Brüssel präsentierten OECD-Bericht "Agricultural Policy Monitoring and Evaluation 2013" hervorgeht.

Japans Landwirte erhalten am Meisten

Die höchste Unterstützung erhalten Landwirte in
  • Japan (56 %),
  • Korea (54 %),
  • Norwegen (63 %) und der
  • Schweiz (57 %).
Lediglich ein bis drei Prozent ihres Bruttoeinkommens bekommen Landwirte in Australien, Chile und Neuseeland vom Staat.

EU: Förderung steigt von 18 auf 19 Prozent

In der Europäischen Union stieg die Unterstützung von 18 auf 19 %. Umfang und Ausrichtung der Zahlungen werden sich nach Einschätzung der Autoren auch durch die im Juni beschlossene Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nicht ändern, die den landwirtschaftspolitischen Rahmen bis 2020 festlegt.
 
Kritisch vermerkt der Bericht, dass Zahlungen selbst dort, wo sie kaum noch an die Produktion gekoppelt sind, auf angestammten Anrechten oder auf der Größe eines Betriebes beruhen. Dadurch profitierten vor allem größere Produzenten. Sinnvoller sei es, die Ausgaben an spezifische Ziele zu binden, so etwa das Wohl ländlicher Gemeinden, Umweltstandards oder den Ausgleich niedriger Einkommen.

Mitgliedsländer verabschieden sich von Produktionsstützung

In den OECD-Ländern sind die Zahlungen stärker als zuvor von der Produktion entkoppelt, auch wenn handelsverzerrende Maßnahmen noch immer etwa die Hälfte der Gesamtunterstützung ausmachen.
 
In den Schwellenmärkten hingegen verzeichnen die Studienautoren einen Trend zu höheren Zöllen und Verbrauchersteuern.

OECD-Direktor: Landwirte müssen Signalen des Marktes folgen können

"Die Weltmärkte für Nahrungsmittel und Rohstoffe sind dynamisch und die Preise werden wahrscheinlich weiter anziehen. Ein guter Moment für Regierungen, um sich zu einer weitreichenden Reform der Agrarförderungen zu verpflichten", sagte der Direktor für Handel und Landwirtschaft der OECD, Ken Ash.
 
"Die Bedürfnisse einer wachsenden und zunehmend wohlhabenden Weltbevölkerung erfordern eine Abkehr von der verzerrenden Politik der Vergangenheit. Was wir brauchen, sind Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit verbessern, sodass Landwirte den Signalen des Marktes folgen können."

Förderpolitik in 47 OECD- und Nicht-OECD-Ländern untersucht

Der Bericht untersuchte die Agrarpolitik in 47 OECD- und Nicht-OECD-Ländern, die zusammen knapp 80 % der weltweiten Agrarproduktion aufbringen. Brasilien, China, Indonesien, Kasachstan, Russland, Südafrika und die Ukraine gehören als Hauptakteure unter den aufstrebenden Volkswirtschaften dazu. Sowohl innerhalb als auch außerhalb der OECD variieren die Förderungen stark.
 
Insgesamt flossen in der OECD im vergangenen Jahr 201,2 Milliarden Euro an landwirtschaftliche Betriebe. Das entsprach einem Anteil von 19 % aller Agrarbezüge - 2011 waren es noch 18 %.  
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