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Politik national

"Der ökologische Mehrwert zählt"

von , am
09.05.2012

Im Gespräch mit dem Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt nahm Bayerns Umweltminister Huber Stellung zu aktuellen Themen wie der geplanten Kompensationsverordnung zum Flächenverbrauch.

 
Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber hat in seiner bisherigen Amtszeit festgestellt, dass gerade im Umweltbereich häufig Extreme aufeinanderprallen. Moderne Landwirtschaft und Naturschutz sind für Huber jedoch keine Gegensätze. Voraussetzung dafür sei, dass Landwirte, die Nachteile im Interesse der Gesellschaft in Kauf nehmen entsprechend entschädigt werden. Nicht Maximierung von Leistung und Ertrag, sondern Optimierung sei der Schlüssel zum Erfolg. Der Bauer muss von seinem Land sein Einkommen erwirtschaften. Das lässt sich laut Huber mit "guter fachlicher Praxis" erreichen, die ja eine einseitige Wirtschaftsweise ausschließt. Der über das Ordnungsrecht ausgeübte Zwang kann immer nur das letzte Mittel sein. Die Gelder aus der Zweiten Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik seien bestens angelegt, wenn Landwirte zugunsten von „Nachhaltigkeit“ auf Ertrag verzichten.

Antibiotikaeinsatz: "Der Stall muss besser werden"

Zum Antibiotikaeinsatz stellte Huber fest, dass die Landwirtschaft nur zu einem kleinen Teil an Resistenzerscheinungen beteiligt sei. Dennoch sei es auch in der Landwirtschaft wichtig, die Anwendung so gering wie möglich zu halten. Dabei spielen optimale Haltungsbedingungen eine entscheidende Rolle. Die Behandlung der Nutztiere im Krankheitsfall ist andererseits – auch im Sinne des Tierschutzes - zwingend notwendig. Um Resistenzen vorzubeugen sei gewissenhaft auf die vorgeschriebene Dosierung und Anwendungsdauer zu achten. Vorbeugender Antibiotikaeinsatz ist auf den Prüfstand zu stellen. Da kann es auch eine Alternative sein, die Produktionsintensität zu reduzieren. Es muss dann den Konsumenten wert sein, dies über einen höheren Verkaufspreis auszugleichen.

Pflanzenbiotechnologie: "Die Nachteile sind dem Nutzen gegenüberzustellen"

Der grünen Gentechnik steht Bayerns Umweltminister eher skeptisch gegenüber. Er bezweifelt, ob der Kenntnisstand ausreichend ist, um die damit verbundenen Risiken mit der notwendigen Sicherheit kalkulieren zu können. Es stelle sich auch die Frage, ob nicht die geschickte Nutzung vorhandener Techniken eine Alternative sei. Durch konsequenten Fruchtwechsel ließe sich die Population von Pflanzenschädlingen ganz gut im Griff halten. Die Nachteile, die man sich unter Umständen mit der Gentechnik einhandelt, seien dem Nutzen gegenüberzustellen. Das Ertragsniveau ist in Europa wesentlich höher als etwa in Übersee. Huber schließt aber nicht aus, weiter die gentechnischen Möglichkeiten zu erforschen, allerdings unter kontrollierten Bedingungen.
 
Die ausführlichen Aussagen von Umweltminister Huber finden Sie im Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt, Heft 19/2012.
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