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Politik national

Ökologische Vorrangflächen: Futtergewinnung jetzt erlaubt

© agrar-press
von , am
13.07.2015

Die anhaltende Trockenheit bescherte vielen Betrieben Futtermangel. Der Bundesrat hat deshalb jetzt die Nutzung ökologischer Vorrangflächen zur Beweidung oder Schnittnutzung erlaubt.

Voraussetzung für die Nutzung ökologischer Vorrangflächen sind außergewöhnliche Umstände wie ungünstige Witterung. © agrar-press
Der Bundesrat reagiert auf die angespannte Situation beim Viehfutter infolge der langandauernden extremen Trockenheit in diesem Frühjahr. Nach seinem Votum sollen die Länder die Nutzung von ökologischen Vorrangflächen zur Futtergewinnung zulassen können. Am 10. Juli hat der Bundesrat mit Mehrheit eine per Bundesratsantrag von Bayern und Sachsen-Anhalt initiierte Anpassung bei den ÖVF-Brachen im Zusammenhang mit Futterknappheit und Trockenheit beschlossen. Damit griff der Bundesrat ein Anliegen des Bauernverbandes auf.
 
Danach sollen die Länderbehörden ab dem 1. Juli eines Jahres allgemein oder im Einzelfall den Aufwuchs auf Brachflächen, die als ökologische Vorrangflächen angemeldet sind, für eine Beweidung oder für eine Schnittnutzung freigeben können. Voraussetzung ist, dass aufgrund außergewöhnlicher Umstände wie insbesondere ungünstiger Witterungsereignisse nicht ausreichend Futter zur Verfügung steht. 

Erträge deutlich unter Durchschnitt

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßte den Beschluss, mit dem der Bundesrat einer Forderung des Berufsstands gefolgt sei. Von der Bundesregierung erwartet der DBV jetzt, dass sie den Änderungsvorschlägen des Bundesrates schnell zustimmt und die Änderungsverordnung noch Mitte Juli in Kraft treten kann. Eine Entscheidung erwartet der Bauernverband Mitte dieser Woche. Bislang ist es nur zulässig, dass Schafe und Ziegen ab 1. August diese Flächen nutzen.
 
Der DBV hatte zu Beginn der vergangenen Woche in einem Schreiben an das Bundeslandwirtschafts- und das Bundesumweltministerium darauf hingewiesen, dass in vielen Regionen in diesem Frühjahr die Niederschläge nur bei 10% bis 15% der sonst üblichen Menge gelegen hätten. Die Landwirte hätten deshalb deutlich unterdurchschnittliche Erträge insbesondere beim Grünland geerntet. Zudem sei die Futterqualität durch hohe Rohfasergehalte und niedrige Energiekonzentrationen erheblich verschlechtert. Futterbaubetriebe suchen deshalb derzeit dringend nach kurzfristig umsetzbaren Möglichkeiten, ihre Futtervorräte ausreichend füllen und zusätzliche Flächen durch Beweidung nutzen zu können.
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