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Umwelt

Österreich will seltene Nutztierrassen erhalten

von , am
07.04.2010

Wien - Die Landwirtschaft unterliegt seit vielen Jahrzehnten einem intensiven Wandel. Viele alte Rassen sind verloren gegangen oder die Anzahl der Tiere hat stark abgenommen.

"Im österreichischen Agrar-Umweltprogramm (ÖPUL) gibt es auch Förderungen für die Landwirte, die solche Rassen halten. Ziel ist die Bewahrung seltener Nutztiere durch Zucht, nachhaltige Nutzung und Verwendung. Dadurch bleiben diese Rassen am Bauernhof erhalten. Sie sind Kulturgut und gleichzeitig Rückhalt und Basis für die künftige züchterische Arbeit", betonte Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich zur Bedeutung dieses Themas, das auch im Internationalen Jahr der Biodiversität 2010 im Rahmen der Kampagne "vielfaltleben" hervorgehoben wird.

Voraussetzungen zur Förderung

Gefördert werden ausschließlich heimische Rassen, deren Bestand gefährdet ist. Wesentliche Voraussetzung sind die Einhaltung eines vom Lebensministerium anerkannten Generhaltungs-Programms und die Zucht reinrassiger Tiere. Als Beispiel ist etwa das Kärntner Brillenschaf zu nennen, das einst aus der Kreuzung des alten Landschafs mit dem Bergamaskerschaf und insbesondere dem Paduaner Seidenschaf hervorging. Es war früher über weite Teile Österreichs und über das bayrische Alpen- und Voralpengebiet verbreitet. Besondere Kennzeichen sind die schwarzen Flecken ("Brillen") vor allem um die Augen.

4.900 Betriebe gefördert

Derzeit werden neun Rinder-, acht Schaf-, sieben Ziegen-, fünf Pferde- und zwei Schweinerassen gefördert. Für seltene Nutztierrassen werden in Österreich jährlich 4,2 Millionen Euro an 4.900 landwirtschaftliche Betriebe ausbezahlt, durchschnittlich 850 Euro. Die Anzahl der geförderten Tiere beträgt 29.500 Stück. (aiz)

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