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Ernährung und Gesundheit

Olivenöl: Kennzeichnung statt Kännchenverbot

AgE
am
04.12.2013

Brüssel - Ab Mitte Dezember 2014 gelten strengere EU-Vorschriften für die Kennzeichnung von Olivenöl. Insbesondere muss die Qualitätsstufe dann im gleichen Gesichtsfeld wie die Verkehrsbezeichnung angegeben werden.

EU kippt Verbot von Olivenöl-Kännchen. © hiphoto39/Fotolia.com
Auf der Rückseite muss der Hinweis erfolgen, dass die Flasche an einem kühlen, dunklen Ort zu lagern ist. Verbrauchern soll damit eine informierte Wahl erleichtert werden. Die EU-Mitgliedstaaten erteilten vor kurzem grünes Licht für einen entsprechenden Vorschlag der Europäischen Kommission.
 
Gegenstimmen gab es nicht, aber Deutschland, Österreich und vier weitere Länder enthielten sich. Auf freiwilliger Basis darf der Jahrgang des Öls angegeben werden, solange das Produkt auch tatsächlich vollständig aus Oliven der entsprechenden Ernte erzeugt wurde.

Kennzeichnung und Kontrolle

Die Mitgliedstaaten sollen kontrollieren, dass die Kennzeichnungsvorschriften korrekt angewendet wurden, und bei Verstößen maßregeln. Restbestände, die den neuen Anforderungen noch nicht entsprechen, dürfen aufgebraucht werden. Das umstrittene "Kännchenverbot" findet sich in dem jetzt gutgeheißenen Vorschlag nicht mehr. EU-Agrarkommissar Dr. Dacian Cioloş hatte eine frühere Fassung nach einem großen negativen Echo in den nördlichen Mitgliedstaaten gekippt; ursprünglich war vorgesehen, Restaurants die verpflichtende Verwendung von Einwegflaschen im Gästebereich vorzuschreiben.

Copa und Cogeca begrüßen den Schritt

Die Befürworter einer solchen Regelung, nämlich vor allem die Erzeuger in den südlichen EU-Ländern, verlassen sich jetzt auf entsprechende nationale Lösungen: In Portugal besteht das Verbot wiederbefüllbarer Flaschen schon seit Jahren, Spanien führte es gerade Anfang November ein und auch in Italien soll es kommen.
 
Beobachter schätzen, dass diese drei Länder wenigstens zwei Drittel des EU-Olivenölverbrauchs ausmachen. Die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) begrüßten die Maßnahmen in einer ersten Reaktion. Sie riefen die Kommission auf, weitere Elemente des Aktionsplans für Olivenöl umzusetzen.
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