Login
Ernährung und Gesundheit

Olivenöl im Restaurant nur noch mit Etikett

AgE
am
21.05.2013

Brüssel - Ab 2014 soll das klassische Olivenölkännchen von europäischen Restaurantischen verbannt werden. Statt dessen setzt die Kommission auf etikettierte Einwegflaschen.

Restaurantbesitzer dürfen ab 2014 nur noch originale, einmal verwendbare Olivenölflaschen auf die Gästetische stellen, keine wiederbefüllbaren. Die Europäische Kommission wird in Kürze einen entsprechenden Vorschlag annehmen; die Mitgliedstaaten zeigten sich bei einer Abstimmung im zuständigen Verwaltungsausschuss vergangene Woche gespalten.
 
Die Behörde begründet den Schritt mit einem Bündel positiver Effekte: Verbesserung der Hygiene, eine geringere Wahrscheinlichkeit des Ranzigwerdens in der warmen Gaststättenluft sowie die bessere Information der Verbraucher über die Güte und Herkunft des Öls.

Die Flaschen dürfen nämlich nicht anonym daherkommen, sondern müssen klar die Herkunft und die Qualitätsstufe, beispielsweise "nativ extra", ausweisen. Vorzugsweise sollen Flaschen mit einem Fassungsvermögen von 250 Milliliter auf den Tisch kommen - und bis zur völligen Entleerung dort bleiben.

MIttelmeerländer beklagen zu niedrige Preise für Olivenöl

Vorreiter ist eine nationale Regelung in Portugal. Nach Angaben der Kommission wurden dort gute Erfahrungen mit der Einwegpflicht gemacht. Die Kosten für die Einführung der Flaschen seien im Vergleich zum Wert des Olivenöls äußerst gering; und da es sich in der Regel um Glasflaschen handle, gebe es keine Umweltbedenken, so die Kommission.
 
Die olivenölproduzierenden EU-Mittelmeerländer klagten in den vergangenen Jahren immer wieder über zu niedrige Preise von Olivenöl. Die Kommission gewährte mehr als einmal Beihilfen für die private Lagerhaltung. Ferner machten den Erzeugern Skandale um gepanschtes Öl zu schaffen, beispielsweise 2008 in Italien. Mit den Einwegflaschen soll dieser Entwicklung offenbar gegengesteuert werden.

Deutschland stimmt dagegen

Deutschland stimmte gegen die Maßnahme. Der Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums erklärte, es sei zu befürchten, dass die Umsetzung dieser Vorschriften zu einem Anstieg der Lebensmittelabfälle führen werde. Dabei solle 2014 zum "Europäischen Jahr gegen die Lebensmittelverschwendung" ausgerufen werden.
 
Auch der mit der Neuregelung verbundene zusätzliche Verpackungsmüll sei kritisch zu sehen. "Wir regen an, dass die Kommission die geäußerte Kritik zum Anlass nimmt, sich noch einmal kritisch mit der Notwendigkeit dieser Verordnung auseinanderzusetzen", so der Sprecher.
Auch interessant