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Naturkatastrophe

Ostafrika: Heuschrecken fressen Felder kahl

Heuschrecken in Afrika
am Freitag, 24.01.2020 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

In Ostafrika macht sich die schlimmste Plage von Wüstenheuschrecken seit mehreren Jahrzehnten breit. Experten zufolge könnte die Naturkatastrophe zu einer Hungersnot führen.

Die Buschbrände in Australien werden langsam eingedämmt. Doch auf der anderen Seite der Erde bahnt sich eine neue Katastrophe an. Das Wetterphänomen, das in Australien zu den Feuern beigetragen hat, hat in Ostafrika zu einer verheerenden Heuschreckenplage geführt.

Die Insekten fallen seit Monaten über Landstriche in Äthiopien, Kenia und Somalia her. Der Ausbruch sei „von einer Dimension, die wir seit 25 Jahren nicht gesehen haben“, erklärte Daniele Donati von der Abteilung für Notfälle bei der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO).

Insektenschwarm: Fast so groß wie das Saarland

Ein Schwarm mit Hunderten Millionen von Insekten sei etwa 2.400 Quadratkilometer groß - fast so groß wie das Saarland. Ein einziger Quadratkilometer der Insekten könne an einem Tag so viel vertilgen wie 35.000 Menschen. Ein Schwarm kann bis zu 150 Kilometer am Tag zurücklegen.

In der ohnehin armen, von Dürren und Überschwemmungen geplagten Region könne die Plage zu einer Hungersnot führen, warnte Jasper Mwesigwa, ein Analyst beim Klimazentrum der ostafrikanischen Regionalgemeinschaft IGAD. 

Regen als Ursache für Heuschreckenplage

Mitverantwortlich für diese Notlage ist ein Wetterphänomen, das jüngst in Australien zu den verheerenden Bränden beigetragen hat: Der Indische-Ozean-Dipol. Diese natürlich vorkommende Schwankung der Wassertemperaturen hat Ostafrika viel Regen beschert.

Die Nässe hat sehr gute Bedingungen für die Wüstenheuschrecke geschaffen. Die Insekten können sich von der Vegetation optimal ernähren, die feuchte Erde ist ideal für die Reproduktion und die Winde unterstützen die Verbreitung der Heuschrecken.

Einzige Hoffnung: Pestizide aus der Luft

Die einzige effektive Maßnahme gegen die Heuschrecken ist das großflächige Sprühen von Pestiziden aus der Luft. Die FAO braucht nach eigenen Angaben 70 Millionen Dollar für die Bekämpfung der Insekten und die Unterstützung der Betroffenen in Kenia, Somalia und Äthiopien.

Sollte der Ausbruch nicht unter Kontrolle gebracht werden, könne die Zahl der Heuschrecken bis Juni auf das 500-fache anwachsen, warnte Daniele Donati. Heuschrecken richteten Schäden an „ähnlich wie Brände“, erklärte der FAO-Experte - einige Felder können komplett verwüstet sein, andere blieben unberührt.

Doch klar ist: Die wichtigste Erntezeit der Region steht ab März an. Die Plage könne „zu einem hundertprozentigen Verlust der Ernte führen“, wenn die Heuschrecken angreifen, während die Pflanzen noch jung seien, sagte Jasper Mwesigwa.

Mit Material von dpa

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