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Dorf und Familie

Pachtpreisbremse, Mediation und Putenmastskandal

Externer Autor
am
16.05.2014

Bringt eine Pachtpreisbremse Ruhe in den Markt? Kann Mediation bei der Hofübergabe helfen? Und was ist von dem Putenmastskandal in Bayern zu halten?

Pachtpreisbremse
 
Einen Medienbericht zum Thema ausufernde Pacht und Grundstückspreise stellt altilla zur Diskussion: "Gute Idee oder Polemik?" Mett meint: "Naja, die Hauptpachtpreistreiber bei uns sind: der massive Gülleüberschuss, BigM, und die Erdbeerbauern. Deswegen hab ich so meine Zweifel, ob es wirklich was bringt. Den gesetzlichen Mindestlohn auch für Erntehelfer einzuführen, könnte da schon eher helfen. Schaden werden Meyers Maßnahmen aber wohl auch nicht. Und in punkto Flächenverbrauch hat er schon recht." DWEWT allerdings schreibt: "Polemik und eine neue Form der Subventionierung! Das Grundstücksverkehrsgesetz gibt bereits ein Vorkaufsrecht für die Landwirte her. Allerdings muss der Landwirt dann auch zum gebotenen Preis einsteigen. Unter Vorkaufsrecht verstehen einige Kollegen immer noch, dass sie auch preislich bevorzugt die Flächen kaufen können. Das ist ein Irrtum. Somit bringt dasVorkaufsrecht nicht wirklich viel, weil die Flächen teuer bleiben. Wenn man wirklich an eine Pachtpreisbremse denkt, müssen auch Kriterien her, nach denen das billigere Pachtland dann an die zahlreichen Bewerber verteilt werden kann. Wie soll das gehen? Diese Wettbewerbsverzerrung, dürfte kaum Realisierungschancen haben. Dieses Vorhaben ist ein Rohrkrepierer!" Und Rottalboy antwortet: "Alles lässt sich umgehen  .. Stichwort Strohmann, der für ausserlandwirtschaftliche Investoren arbeitet. Und wer innerhalb der Landwirtschaft der Preistreiber ist, darüber lässt sich auch vortrefflich streiten."

Skandal in bayerischer Putenmastanlage?

Die agrar_heute_redaktion schreibt: "Vielleicht hat ja der ein oder andere von euch die Sendung gesehen? SOKO-Tierschützer aus Augsburg wollen bei einem Putenmäster im bayrischen Landkreis Dillingen Missstände aufgedeckt haben. Eine Strafanzeige wegen Tierquälerei liegt vor. Wir von agrarheute.com haben recherchiert und genauer nachgefragt: [www.agrarheute.com]" tixto kommentiert: "Mal ganz abgesehen von den Missständen auf dem Betrieb - das müssen die Behörden klären. Ich war dermaßen schockiert über die Tatsache, dass eine "Einbrecherbande" bei ihrer Arbeit von Spiegel TV gezeigt wird. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder auf fremden Gelände einbricht und alles durchwühlt/filmt. Ich fand wirklich dermaßen schockierend, dass sie das Büro kontrollieren etc.. Highlight war natürlich, dass der Bauer als eine "Gefahr" tituliert wurde. HALLLO???!! Das ist sein Grund und Boden! Bitte das nächste mal eine rumänische Einbrecherbande bei ihrer Arbeit filmen oder Nachbarn, die mal wissen wollen, ob die Nachbarskinder richtig untergebracht sind. Mein ganzer Zorn hat sich auf jeden Fall auf die Einbrecherbande gerichtet!!" Llanes sieht es ähnlich: "Wenn man als Krimineller in einem Rechtsstaat nichts zu befürchten hat und selber noch Anzeigen verteilen darf, durch die die eigenen kriminellen Handlungen auch noch quasi zugegeben werden, dann läuft einfach was gewaltig schief. Da wäre so ein "Stand-your-ground-law" nicht verkehrt. Muss ja nicht mit Schusswaffen geschehen." Und Andy24 meint: "Also es ist schon sehr komisch, das man den Betrieb so oft kontrolliert (10 mal dieses Jahr) und immer nichts findet und die "Tierschützer" stellen eine Kamera auf und filmen gleich so etwas. Da muss ich mich schon fragen, ob es nicht gestellt ist. Aber wenn ich hör, was die Tierschützer für Rechte haben dann muss ich mich schon fragen in was für einem Rechtsstaat wir leben. Da kann man nur hoffen das die Vorwürfe nicht stimmen und der Betrieb es gut übersteht."

Mediation bei Konfliken in der Hofübergabe

MediatationMartin stellt ein interessantes Thema vor: "Ich bin Landwirt und führe seit 20 Jahren einen eigenen Betrieb, den ich sehr früh von meinen Eltern übernommen habe. Seit einem Jahr arbeite ich zusätzlich als Mediator. Ich habe meine ersten Fälle erfolgreich bearbeitet. Würde aber gerne mehr im landwirtschaftlichen Bereich arbeiten. Dabei soll ein Schwerpunkt Konflikt bei der Hofübergabe sein. Jetzt würde mich eure Einschätzung interessieren. Hat jemand schon Erfahrungen mit Mediation? Kann sich jemand vorstellen, bei schwierigen Familiengesprächen einen unabhängigen Dritten am Tisch zu haben? Was ist eure Einschätzung und Meinung?" maramay meint: "Oh ja, das ist eine sehr gute Idee. Eine Hofübergabe ist immer eine heikle Sache. Da gibt es eine Fülle von Bereichen, an denen sich die Parteien festdiskutieren und -denken. Ein aussenstehender Dritter kann das Gespräch dann wieder in konstruktive Bahnen lenken, wenn die "Endlosschleife" läuft. Oft hilft es auch, die Quintessenz des Gesagten auf den Punkt zu bringen, um einen neuen Ansatz zu finden. Dies gelingt den direkt Betroffenen oft nicht mehr, die Emotionen sind zu stark. Da kann ein geschulter Mediator sehr hilfreich sein." Und JW schreibt: "Ich weiß wie so was abläuft. War einmal bei so was dabei - war nix Familiäres aber sehr interessant - mein Lösungsansatz wurde dann auch für brauchbar empfunden, aber auch nur weil es keinen anderen Ausweg gab. Es ist nur ein Haufen Arbeit und brauch viel Geduld, das so umzusetzen. Wir sind halt alle nur Menschen. In diesem Fall war es hilfreich, weil nix kaputt ging und doch mehrere Menschen beteiligt sind. Zur Hofübergabe halte ich von Mediation nicht viel, denn wer psychisch in Ordnung ist und weiß was er will, der spricht auf so was eh nicht an. Wie will man den Zeitpunkt festlegen, wann soll ein Vermittler zugeschaltet werden? Genau betrachtet ist es nur eine Steuerung wie das Konfliktgespräch abläuft, man versucht eine Eskalation zu vermeiden, Konsens zu finden. Man diskutiert über eine Lösung, die im Grunde genommen ja schon sonnenklar auf dem Tisch liegt, hinterher ist es dann sehr komisch, "oh ein Zugeständnis, zu was ganz selbstverständlichem". Alles larifari, einmal gescheit auf den Tisch gehauen ohne Rücksicht auf Verluste, das hilft einem bei einer Hofübergabe wesendlich weiter."

Kompost als Einstreu bei Milchkühen verboten? Molkereien machen Druck?

HessenFleckvieh fragt: "Hallo, ich habe als Gerücht gehört, dass Friesland Campina ab dem 1. Januar 2015 seinen Lieferanten die Verwendung von Kompost bzw. auch von Kompostställen verbieten möchte. Anlass sollen Probleme mit Sporen aus der Einstreu bei der Joghurtproduktion sein. Gibt es dazu nachvollziehbare, seriöse Quellenangaben? Wie wird sich das auf den Betrieb oder die Planung von Ställen auswirken? Ich kenne zwei große Betriebe, die in diesem Jahr kompostbasierte Stallbauprojekte in Angriff nehmen - die liefern nicht an Campina, aber sollten die jetzt noch schnell umplanen? Es kann doch keine Alternative sein, wieder zum Stroh (womöglicht verpilzt, mit Hefen belastet) zurück zu kehren, da müsste doch die Sporenproblematik genauso heftig sein." katharinas antwortet: "Campina will den Zukauf von Kompost verbieten. Kompostställe bzw. Systeme, bei denen das Material erst im Stall kompostiert, bleiben erlaubt." Darauf fragt HessenFleckvieh: "Wie sieht das aus mit Pferdemist? Der "kompostiert" auch erst im Stall, wird aber in der Regel zugekauft."

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