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Wirtschaft

Pelletproduktion steigt

Externer Autor
am
13.01.2010

Berlin - Die Pellet-Produktion in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Insgesamt seien rund 1,6 Millionen Tonnen hergestellt worden, etwa 100.000 Tonnen mehr als 2008, teilte der Deutsche Energieholz- und Pelletverband gestern mit.

Der Deutsche Energieholz- und Pelletverband (DEPV) ermittelt die Produktionswerte regelmäßig unter den heimischen Pelletproduzenten. Danach bleibt Deutschland bei der Pelletproduktion in Europa weiterhin Spitzenreiter. Trotz der winterlichen Witterung zum Jahresbeginn 2010 ist die Bevorratung an Pellets bundesweit gut. "Die Versorgungssicherheit mit Pellets in Deutschland ist gewährleistet. Selbst bei länger andauernden Minustemperaturen steht dem Verbraucher Ware in ausreichender Menge zur Verfügung", sagte hierzu die DEPV-Vorsitzende Beate Schmidt.

Dies liege daran, dass Pelletproduzenten und –handel im Herbst 2009 größere Mengen für den Winterverkauf eingelagert hätten. "Das war eine sehr kluge, verbraucherfreundliche Entscheidung" betonte Schmidt. Der DEPV werde bei den Herstellern und dem Handel dafür werben, diese Vorgehensweise auch in den künftigen Jahren beizubehalten. Wegen der witterungsbedingt schwierigen Straßen- und Zustellverhältnisse rät der DEPV den Verbrauchern, Bestellungen rechtzeitig vor dem Leerstand ihres Pelletlagers aufzugeben. Schmidt wies darauf hin, dass der Inlandsverbrauch von Holzpellets im Jahr 2009 auf 1,1 Millionen Tonnen angewachsen sei. Dies bedeutet gegenüber dem Jahr 2008 eine Steigerung um 200.000 Tonnen.

Mehr Pellets produziert als verbraucht

Dennoch würden in Deutschland immer noch erheblich mehr Pellets produziert als verbraucht. 28 Prozent der hier produzierten Pellets wurden 2009 mangels Inlandsabsatz exportiert (2008: 40 Prozent). Nicht zuletzt wegen einer Zunahme der bei Gewerbe und Kommunen betriebenen großen Pelletheizungen geht man beim DEPV von einer weiteren Zunahme des Inlandsverbrauchs, im kommenden Jahr auf rund 1,3 Millionen Tonnen aus. Als Rohstoffgrundlage für die Pelletproduktion standen im abgelaufenen Jahr Sägeresthölzer mit einem Anteil von rund 70 Prozent weiterhin an erster Stelle. Rund 30 Prozent der Pellets wurden 2009 aus nicht sägefähigen Rundholzsortimenten produziert. Durch die rückläufige Schnittholzproduktion 2009 und einer damit einhergehenden Reduktion von Sägeresthölzern ist der Anteil dieser Holzsortimente gegenüber 2008 angestiegen.

Handel mit Pellets nimmt kontinuierlich zu 

Angesichts der aktuellen Markteinschätzung der Sägeindustrie wird sich diese Entwicklung, nach Einschätzung des DEPV, auch im kommenden Jahr fortsetzen. Keine nennenswerte Rolle spielten für die Pelletproduktion bislang Hölzer aus landwirtschaftlichen Kurzumtriebsplantagen. Die Pelletproduktion 2009 war vor allem durch eine hohe Erzeugung in den zweiten und dritten Jahresquartalen geprägt. Nur im ersten Quartal wurden weniger Pellets produziert als im vergleichbaren Zeitraum 2008. Mit rund 475.000 Tonnen war das dritte Quartal 2009 der Zeitraum mit der höchsten Produktion. Für das kommende Jahr geht der DEPV von einer gleichbleibenden bis leicht steigenden Produktionsmenge aus. Dieser Trend gelte auch für die Produktionskapazität. In Deutschland werden Holzpellets gegenwärtig von rund 70 Unternehmen produziert. Der DEPV geht von rund 300 Firmen aus, die dem Verbraucher Holzpresslinge anbieten.

Neue Entwicklungen zum Thema Qualitätssicherung

Die DEPV-Vorsitzende wies darauf hin, dass sich in nächster Zeit auch zum Thema Qualitätssicherung neue Entwicklungen ergäben. So werde das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) in diesem Jahr mit dem ENplus-Zeichen (www.enplus-pellets.de) eine zusammen mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig und dem österreichischen Pelletverband Pro Pellets Austria entwickelte Pellet-Zertifizierung anbieten, mit der die neue europäische Norm für Holzpellets (EN 14961-2) umgesetzt werde. Ergänzend zu der heute alleine das Produkt Pellets betreffenden Zertifizierung werde beim ENplus-Zeichen künftig auch der Pellethandel mit einbezogen. "Mit dieser Entwicklung wird für den Kunden eine weitere Qualitätssteigerung einher gehen", sagte Schmidt. (pd)

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