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Stallbrände und Unfälle

PETA stellt Strafanzeigen gegen Landwirte

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Eva Eckinger, agrarheute
am
10.12.2015

Die Tierrechtsorganisation hat in den letzten Wochen wieder Strafanzeigen gegen Landwirte erstattet. Mit einem Geflügelhalter geht der Streit nun wohl vor das Landesgericht. Hier ein ein Überblick über die laufenden Strafanzeigen.

Als am 30. November eine Scheune im niedersächsischen Sehnde bei Hannover in Flammen aufging, kam für 15 Rinder jede Hilfe zu spät. Ein technischer Defekt an einem Traktor war laut Polizeibericht der Auslöser für den Brand gewesen. Die Tiere verendeten im brennenden Stall. Insgesamt entstand ein Schaden von rund 180.000 Euro. Die Tierrechtsorganisation PETA erstattete gegen den Betreiber der Stallanlage nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Der Vorwurf: Unzureichende Brandschutzmaßnahmen

Die Organisation gibt als Vorwurf an: "Durch unzureichende Brandschutzmaßnahmen wurde möglicherweise billigend in Kauf genommen, dass die Rinder qualvoll im Feuer ersticken oder bei vollem Bewusstsein verbrennen." PETA erklärt weiter: "Durch eine kritische Lage der Löschwasserversorgung kommt es bei derartigen Bränden häufiger zu Zeitverzögerungen, die eine Rettung der Tiere verhindern. Es ist noch zu ermitteln, ob dies auch beim aktuellen Einsatz der Fall war."

Sieben Schweine sterben bei Unfall

Ein weiterer Vorfall ereignete sich Ende November. Damals verendeten sieben Schweine nach einem Unfall eines Tiertransporters bei Vörden in Niedersachsen. Der mit 170 Tieren beladene Lastwagen prallte gegen einen Baum, woraufhin der Auflieger umkippte. Sieben Schweine starben, weitere wurden verletzt. Auch hier stellte PETA gegen die Verantwortlichen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg.

PETA fordert Verbot von Tiertransporten

Die Begründung der Organisation: Verdacht des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutztransportverordnung. PETA erklärt weiter: "Für Tiere sind Transporte stets mit zahlreichen Risiken verbunden: Sie leiden unter Hunger und Durst und sind erdrückender Enge sowie Temperaturschwankungen ausgesetzt. Das Verletzungsrisiko in den vollbelegten Transportern ist enorm. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen. PETA fordert ein ausnahmsloses Verbot von Tiertransporten."

Anzeige nach dem Stallbrand mit 1.800 toten Ferkeln

Auch gegen den Betreiber der Schweinemastanlage im Ortsteil Bethen im niedersächsischen Cloppenburg läuft eine Anzeige. Ende November starben dort etwa 1.800 Ferkel durch einen Stallbrand. Es entstand ein Schaden von etwa 750.000 Euro. PETA Deutschland e.V. hat nun bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg Strafanzeige gegen den Betreiber der Stallanlage gestellt. Die Organisation äußert auch hier den Vorwurf unzureichender Brandschutzmaßnahmen.

Rechtsstreit mit Geflügelhalter

Streit gibt es auch mit einem Geflügelhalter im baden-württembergischen Gerlingen. Peta-Aktivisten hätten in einem Stall des Landwirts bei einem nächtlichen Besuch verweste Hühnerkadaver zwischen den Legehennen entdeckt, so die Stuttgarter Zeitung (StZ). Dieser bestreitet in einem SWR-Interview jedoch den Vorwurf. Es seien "gestellte Bilder". Die toten Tiere habe man in den Stall gebracht.

Landwirt verweigert Unterschrift einer Unterlassungserklärung

Wie die StZ berichtet, hatte PeETA hatte vom Geflügelhalter eine strafbewehrte Unterlassungserklärung gefordert, um nicht mehr zu behaupten, es seien ihm Kadaver in den Stall gelegt worden. Der Landwirt habe sich aber nun geweigert, diese in der vorgegebenen Frist zu unterschreiben. PETA werde nun beim Landgericht Stuttgart den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung stellen, vermeldet die StZ.

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