Login
Ernährung und Gesundheit

Pferde-Lasagne auch in Deutschland

Eva Ziegler/agrarheute
am
14.02.2013

Pferde- statt Rinderhack ist nicht mehr nur ein Problem anderer EU-Staaten. Auch in Lasagne der Supermarktkette Real wurde es nachgewiesen. Die Lasagne wurde am Freitag aus dem Handel genommen.

Die EU prüft, ob für verarbeitetes Fleisch eine Ursprungskennzeichnung künftig verpflichtend sein soll. © Bernd Jürgens/Fotolia
Auch hierzulande ist Lasagne, die fälschlicherweise mit Rinderhack ausgewiesen wurde und stattdessen Pferdefleisch enthielt, in den Verkauf gelangt. Das steht seit gestern Abend fest. Es handelt sich um Lasagne Bolognese der Eigenmarke Tip von Real, berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Lasagne wurde bereits am Freitag vorsichtshalber aus dem Handel genommen.
 
Grundsätzlich kann Pferdefleisch bedenkenlos gegessen werden. Das Probelm in diesem Fall: Wer Rind kauft, will auch Rind essen. Pferdefleisch ist bei hiesigen Verbrauchern nicht sonderlich gefragt - wie die Verzehrszahlen zeigen. Im Schnitt ist jeder Deutsche pro Jahr lediglich 50 Gramm Pferdefleisch.
 
Zudem hat das Fleisch verworrene Wege hinter sich. Pferdefleisch wird in der Regel auf Medikamentenrückstände getestet. Das ist bei diesem Fleisch natürlich nicht gesichert. Klar ist auch nicht, ob die Pferde überhaupt für den Verzehr gedacht waren.

Luxemburg informiert BMELV

Mitte Januar waren in Großbritannien erstmals Lebensmittel entdeckt worden, die Pferd statt Rind enthielten. Mittlerweile sind weitere EU-Länder betroffen. Die Handelswege des Fleisches sind verworren, viele Länder kommen darin vor. Wann genau das Rind zum Pferd wurde und wer dafür verantwortlich ist, ist noch immer nicht bekannt.
Am Dienstagabend haben deutsche Behörden über das europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel (RASFF) eine Meldung aus Luxemburg über möglicherweise falsch gekennzeichnete Produkte mit Pferdefleisch erhalten. Es handelt sich um unterschiedliche verarbeitete Produkte, darunter Lasagne, informiert das Verbraucherministerium.
 
Die Produkte wurden von einem Lieferanten an ein Kühlhaus in Nordrhein-Westfalen geliefert. Die für die Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden in Nordrhein-Westfalen prüfen derzeit, ob die Empfänger bereits alle Produkte vom Markt genommen haben. 

Einzelhändler reagieren

Die Supermarktketten Kaiser's Tengelmann mit A&P, Edeka mit der Eigenmarke Gut & Günstig, sowie das Tiefkühlunternehmen Eismann haben vorsorglich reagiert und einige ihrer Produkte vorsorglich aus den Regalen genommen.  

EU-weite DNA-Tests, Europol eingeschaltet

Gestern Abend haben sich auf Initiative der irischen Ratspräsidentschaft Landwirtschafts- und Umweltminister mit dem EU-Verbraucherkommissar Tonio Borg getroffen. Das Ergebnis: Im März sollen in der gesamten EU stichprobenartige DNA-Untersuchungen an Fertig-Fleischgerichten durchgeführt werden, um festzustellen, wo überall Pferd statt Rind enthalten ist. Auch Europol wird in die Ermittlungen eingeschaltet.
Morgen werden Vertreter aller EU-Staaten das Thema bei einer Sondersitzung des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette und Tiergesundheit diskutieren. Dabei soll auch über die grenzübergreifenden DNA-Tests entschieden werden.
 
In England und Wales wurden inzwischen zwei Schlachthöfe geschlossen, weil sie möglicherweise ungekennzeichnetes Pferdefleisch geliefert haben.
Auch interessant