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Ernährung und Gesundheit

Pferdefleischskandal: Knapp fünf Prozent falsch etikettiert

pd
am
17.04.2013

Die EU-Kommission veröffentlichte jetzt die Untersuchungs-Ergebnisse zu den Pferdefleischskandalen im vergangenen Monat. Weniger als fünf Prozent der getesteten Produkte enthielten Pferdefleisch.

Die EU-Kommission führte vor kurzem Untersuchungen zum Nachweis von Pferde-DNA und dem Medikament Phenylbutazon durch. Demnach enthielten weniger als fünf Prozent der untersuchten Produkte, die als Rindfleisch deklariert waren, Pferde-DNA. Rund 0,5 Prozent des geprüften Pferdefleischs waren mit Bute kontaminiert.
 
"Die heute veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass es hier um Lebensmittelbetrug geht, die Lebensmittelsicherheit aber nicht betroffen ist", erklärte der für Gesundheit und Verbraucher zuständige EU-Kommissar Tonio Borg.

Deutschland: Pferd in 29 Proben

In Deutschland wurde kein mit Bute kontaminiertes Pferdefleisch gefunden. Pferde-DNA konnte in Deutschland in 29 von insgesamt 878 Proben nachgewiesen werden.
Wie Meckenburg-Vorpommern gestern mitteilte, wurden dort vier Betriebe mit so genanntem Verarbeitungsfleisch beliefert, das Spuren von Pferdefleisch enthalten können. Derzeit sind in MV in zwei Betrieben zwei Lieferungen von insgesamt 1,5 Tonnen amtlich gesperrt. Untersuchungen auf das Vorhandensein von Pferdefleisch laufen. In diesem Fall handelt es sich um Fleisch eines niederländischen Großbetriebes, für das zwischen 2011 und 2013 keine gesicherte Deklaration existiert. Sicherheitshalber haben die niederländischen Behörden deshalb 50.000 Tonnen Fleisch zurückgerufen.

EU will Kontrollen verschärfen

Entscheidend für die europäische Wirtschaft sei jetzt, dass wir nach diesem Betrugsskandal das Vertrauen der europäischen Verbraucher und Handelspartner in unsere Lebensmittelkette wiederherstellen, so Borg. In den kommenden Monaten plant die Kommission, ausgehend von den Lehren aus diesem Skandal, eine Verschärfung der Kontrollen entlang der gesamten Lebensmittelkette vorschlagen. Der Kommissionsvorschlag wird unter darauf abzielen, eine Rechtsgrundlage zu schaffen, um künftig abschreckende finanzielle Sanktionen gegen Betrüger zu verhängen.

Geringer Anteil an EU-Produktion

Die zuständigen Behörden in den 27 EU-Mitgliedstaaten führten insgesamt 7.259 Tests durch, davon 4.144 auf Pferde-DNA und 3.115 auf Phenylbutazon. Von dieser Gesamtzahl waren 193 Tests (4,66 Prozent) positiv, zeigten also Spuren von Pferde-DNA, bei 16 (0,51 Prozent) wurden Spuren von Bute festgestellt. Die wenigen positiven Pferde-DNA-Proben und der äußerst niedrige Anteil an Bute-Funden zeigen, dass nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion in der EU betroffen ist.
 
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