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Rechtsstreit

Pflanzenschutzmittel-Einsatz: Anwohnerin zeigt Landwirt an

Pflanzenschutzmittel wird ausgebracht
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Eva Eckinger, agrarheute
am
07.05.2018

Weil ein Landwirt bei starkem Wind Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben soll, droht ihm nun Ärger. Eine Anwohnerin zeigte ihm beim Pflanzenschutzdienst an.

Eine Anwohnerin aus Bad Freienwalde (Oder) im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg hat einen Landwirt wegen seines Pflanzenschutzmitteleinsatzes angezeigt. Wie die Märkische Onlinezeitung MOZ berichtet, habe der Frankfurter Landwirt bei starkem Wind seinen Acker gespritzt.

Dabei seien Schwaden des Mittels auf den Garten der Frau sowie den Sandkasten ihrer Enkel niedergegangen. Sie beschwerte sich beim Landwirt und zeigte ihn beim Pflanzenschutz-Dienst an.

Fachwissen: Anwohnerin leitete Nabu-Ortsgruppe

Die Frau, die laut MOZ lange Jahre die Nabu-Ortsgruppe leitete und weiter im Vorstand sitzt, kennt sich mit den Vorschriften aus. Denn bei starkem Wind sei es verboten, zu spritzen. Die Grenze liege bei einer Windgeschwindigkeit von fünf Meter pro Sekunde. Tatsächlich seien es aber gemäß ihrem Windmesser 11,2 Meter pro Sekunde gewesen, als der Landwirt das benachbarten Getreidefeld spritzte, wie sie der Zeitung berichtet.

Pflanzenschutzgesetz unbedingt beachten

Damit es nicht zu Beeinträchtigungen von Nachbargrundstücken oder Menschen kommt, gibt es das Pflanzenschutzgesetz. Auch die Gebrauchsanweisungen der eingesetzten Mittel müssen streng eingehalten werden. Dazu gehört auch der Abstand zu Nachbargrundstücken oder einen Arbeitsstopp ab einer bestimmten Windstärke.

Bitte um Verständnis für die Landwirtschaft

Ronald Buchholz, stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Märkisch-Oderland, bittet in der MOZ um Verständnis für die Landwirtschaft. "Das Frühjahr endete spät, deshalb bleibt nur ein kleines Zeitfenster, um die Pflanzen so zu düngen, dass sie im Mai richtig sprießen", sagte er gegenüber der Zeitung.

Deshalb arbeite man am Wochenende, an Feiertagen und auch nach 20 Uhr noch auf den Feldern.

Landwirte entschuldigten sich bei Anwohnerin

Zu guter Letzt entschuldigten sich die Landwirte bei der Anwohnerin mit einem Präsentkorb, berichtet die Märkische Onlinezeitung. Das Mittel sei teuer und sollte auch nach ihrem Willen lieber auf den Feldern bleiben, als weggeweht zu werden.

Die ehemalige Nabu-Leiterin verspürte im Gespräch mit den Landwirten ein Umdenken, wie sie der Zeitung sagte: "Die Zeiten, in denen mit maximalem Einsatz chemischer Mittel der höchster Ertrag erzielt werden solle, änderten sich allmählich."

Mit Material von Märkische Onlinezeitung MOZ, Focus

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