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Wirtschaft

Pilzgift im Futter: Russland kündigt Betriebssperre an

AgE
am
12.03.2013

Moskau - Russland will alle deutschen Unternehmen, die von Aflatoxin-Funden betroffen sind, für den Import von Lebensmitteln sperren. Der Vorwurf: Mängel im Kontrollsystem.

Der Föderale Aufsichtsdienst für die Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) hat angekündigt, sämtliche vom Aflatoxin-Skandal betroffenen deutschen Unternehmen von der Liste der für den Export zugelassenen Betriebe zu streichen.
 
Wie die russische Überwachungsbehörde mitteilt, wurde deshalb das Bundeslandwirtschaftsministerium um die Bereitstellung eines kompletten Verzeichnisses betroffener Unternehmen und um detaillierte Informationen über die Untersuchungsergebnisse des gesamten Vorfalls gebeten.

Widersprüchliche Aussagen von russischer Seite

Das Eindringen eines stark krebserregenden Stoffes in die Nahrungsmittelkette, wie auch die kürzlich aufgetretenen Falschdeklarationen von Pferdefleisch in Ernährungsgütern, zeugten erneut von der Funktionsunfähigkeit der Kontrollsysteme in Deutschland und der gesamten Europäischen Union, hieß es in der Mitteilung.
 
Einen Tag später äußerte der stellvertretende Rosselkhoznadzor-Leiter Nikolai Wlassow jedoch gegenüber Journalisten in Moskau, dass Russland derzeit keine umfangreichen Verbote für die Einfuhren von Fleischerzeugnissen aus der Europäischen Union wegen des Pferdefleischskandals plane. In diesem Fall stellten die in den EU-Ländern aufgedeckten Unregelmäßigkeiten schließlich keine unmittelbare und augenscheinliche Gefahr für die menschliche Gesundheit dar, wird Wlassow von den russischen Medien zitiert. Dennoch schloss er weitere Reaktionen auf den Skandal nicht grundsätzlich aus, nachdem kürzlich eine falsch deklarierte Wurstlieferung aus Österreich von seiner Behörde entdeckt worden war.

Vorwurf: Probleme bei Zertifizierung von Lebensmitteln

Dies sei für die russische Seite ein Warnsignal gewesen, das auf gravierende Probleme mit der Zertifizierung von Nahrungsmitteln in der EU hinweise. Deshalb überwache Rosselkhoznadzor derzeit verstärkt die Lieferungen von Fleischprodukten aus Europa.
Eine eventuelle Einschränkung der Fleischwarenimporte aus der EU werde keine Preissteigerungen am russischen Markt zur Folge haben, so Wlassow, denn diese Herkünfte seien für sein Land nicht von so großer Bedeutung wie beispielsweise der Bezug von Verarbeitungsfleisch aus Brasilien. 
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