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Ernährung und Gesundheit

Pilzgifte in Lebensmitteln: MRI forscht zur Vermeidung

AgE
am
13.03.2013

Karlsruhe - Wegen der großen Bedeutung der gefährlichen Toxine für die Gesundheit forscht das Max Rubner-Institut intensiv an Möglichkeiten, die Belastung von Lebensmitteln mit Pilzgiften zu vermeiden.

Wie das MRI mitteilte, stehen dabei Methoden im Fokus, die bereits auf der Ebene der Gene greifen. So habe ein Verfahren entwickelt werden können, bei dem die Aktivität der "Messenger-RNA" festgestellt worden sei.
 
Diese gebe den Startschuss für die Bildung von Substanzen, die für die Giftproduktion der Pilze erforderlich seien. Würden die Lagerbedingungen von Getreide, Obst und anderen Lebensmitteln verändert, sobald die "Messenger-RNA" aktiv werde, lasse sich die Giftproduktion verhindern.

Blaues Licht gegen Pilzgift

Laut MRI wurde die Methode bereits im Labormaßstab geprüft; nun müsse sie noch für die Praxis umgesetzt werden. Die Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben ein weiteres Verfahren entwickelt, das ganz direkt die Bildung von Mycotoxinen hemmt. Es beruhe auf Licht einer bestimmten Wellenlänge, das einen starken Einfluss auf das Wachstum von Schimmelpilzen und die Bildung von Pilzgiften habe. Licht im blauen, weißen und roten Wellenlängenbereich wirke dabei unterschiedlich hemmend auf das Wachstum der Pilze. Der Vorteil dieses Ansatzes sei, dass Licht im sichtbaren Wellenlängenbereich keine Vitamine oder Proteine im Lebensmittel zerstöre, wie das bei Beleuchtung mit UV-Licht der Fall sei.

Hofeigenes Futter unauffälig

Ein drittes Projekt am MRI hat zum Ziel, den Nahrungskettenransfer von Aflatoxinen vom Futter in die Milch abzuschätzen. Dabei finde das hofeigene Futter eine besondere Berücksichtigung, so die Wissenschaftler. Monatlich würden 350 zufällige Tanksammelwagenproben der Meiereien in Schleswig-Holstein auf Aflatoxin M1 geprüft. Im vergangenen Jahr sei von etwa 4.250 untersuchten Proben in keinem Fall der gesetzliche Höchstwert von 50 Nanogramm pro Kilogramm Aflatoxin M1 überschritten worden. Auch in hofeigenen Futtermitteln wie Silagen habe man bislang keine Grenzwertüberschreitungen feststellen können.
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