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Gesundheit

Pilzvergiftungen: Giftnotruf warnt vor Pilz-Apps

Pilze sammeln
am Mittwoch, 06.10.2021 - 07:07 (Jetzt kommentieren)

Bestes Pilzwetter lässt Pilze zahlreich sprießen, aber auch die Meldungen von Pilzvergiftungen steigen, melden die Giftnotrufzentren.

Die Giftinformationszentren (GIZ) einiger Länder melden dieses Jahr mehr Fälle von Pilzvergiftungen als im Vorjahreszeitraum. Ein Grund sei der feuchte Sommer, der mit viel Niederschlag beste Wuchsbedingungen für Schwammerl geschaffen hat. Rund 1.000 Pilzvergiftungen und Verdachtsfälle pro Jahr werden dem Notruf GIZ Nord im Schnitt gemeldet.

Champignon: Vorsicht Verwechslungsgefahr!

Bei der Pilzsuche genüge es nicht, sich auf Pilzbücher und Pilzbestimmungs-Apps zu verlassen, rät das GIZ Nord. Das könne im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden. Oft handele es sich um Vergiftungen mit dem Knollenblätterpilz, so Andreas Schaper vom GIZ Nord.  Der Knollenblätterpilz ist in 95 Prozent ist Ursache einer Pilzvergiftung mit tödlichem Ausgang. Er wird von Laien gerne mit dem Champignon verwechselt.

"Es gibt Champignon-Arten, die giftig sind und deren Inhaltsstoffe krebserregend sein könnten", erklärt Wolfgang Prüfert, Pilzexperte von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Dazu gehörten zum Beispiel Karbol-Champignons, die der Laie nicht unbedingt erkennen könne. "Generell wird es immer schwerer für Pilzsammler, essbare Exemplare von giftigen zu unterscheiden." Mit dem Klimawandel seien in den letzten Jahren nämlich deutlich mehr Pilzarten gewachsen

Wer Pilze sammeln möchte, sollte einen praktischen Pilzbestimmungskurs bei einer Pilzberatungsstelle oder beim Naturschutzbund machen.

Symptome bei Verdacht auf Pilzvergiftung

Folgende Symptome können auf eine Pilzvergiftung hinweisen:

  • Erhöhter Speichelfluss
  • Verengung der Pupillen
  • Erbrechen, Magenkrämpfe und Durchfall
  • Schwindel
  • Schwitzen
  • Muskelzucken
  • Verwirrung

Bei Vergiftungssymptomen Notruf alarmieren

Bei Übelkeit und Erbrechen nach dem Verzehr von selbstgesammelten Pilzen, sollte unverzüglich der Notarzt oder der zuständigen Giftnotruf alarmiert werden. Stellen Sie Reste der Pilzmahlzeit oder Erbrochenes zur Untersuchung sicher.

Giftnotrufzentralen:

  • Berlin: 030/19240
  • Bonn: 0228/19240
  • Erfurt: 0361/730730
  • Freiburg: 0761/19240
  • Göttingen: 0551/19240
  • Homburg: 06841/19240
  • Mainz: 06131/19240
  • München: 089/19240

Notarzt: 112 (europaweit)

Mit Material von GIZ Nord

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