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Dienstwaffe zu schwach

Polizei schießt 20 Mal auf Bullen

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Eva Eckinger , agrarheute
am
15.12.2015

Zwei Videos sorgen im Netz für Aufregung. Die Bilder zeigen, wie die Polizei zwanzig Mal mit der Dienstwaffe auf einen Bullen schießt und das Tier schließlich mit einer Maschinenpistole erlegt.

Wie das Polizeipräsidium Nordhessen berichtet, kam es am Wochenende bei Espenau zu einem Zwischenfall mit zwei ausgebrochenen Rindern. Die beiden etwa 900 Kilogramm schweren Tiere hatten am Freitagabend die Dreifachsicherung aus Stacheldraht- sowie Elektrozäunen durchbrochen und waren von ihrer Weide entwischt .

Metzger hilft bei Jagd auf Bullen

Da die Tiere unkontrolliert in Richtung Espenau liefen, verständigte der Besitzer die Polizei. Mit Unterstützung eines ortsansässigen Metzgers gelang es dem Landwirt im Bereich der Freizeitanlage Espenau, eines der Rinder zu erlegen. Allerdings lief der zweite Bulle anschließend entlang der Kreisstraße über eine Bahntrasse in Richtung der Bundesstraße.

Mit Dienstwaffe auf Rind geschossen

Noch bevor das Rind auf die Bundesstraße traf, gaben die Beamten mehrere Schüsse aus der Dienstpistole auf das Tier ab, um es am Weiterlaufen zu hindern. Die Treffer ließen den Bullen deutlich langsamer werden und schwächten ihn erheblich, so die Polizei. Schließlich lief das Rind aber doch auf die Bundestraße. In Abstimmung mit dem zuständigen Jagdausübungsberechtigten, der, wie auch ein Veterinärmediziner, nicht mehr rechtzeitig an der Einsatzstelle eingetroffen wäre, erlegten die Beamten das Tier.

Schockierende Videos zeigen Leiden des Bullen

Nun tauchen zwei Smartphone-Videos im Netz auf, die den langen Todeskampf des Tieres zeigen. Die Bilder würden viele Fragen aufwerfen, so die Hessisch Niedersächsische Allgemeine (HNA). Die Aufnahmen zeigen, wie ein Polizist 20 Mal auf das Tier schießt. Zudem erkennt man eine Polizistin, die mit einer Maschinenpistole auf den Bullen zugeht. Schließlich bricht das angeschossene Tier im Straßengraben zusammen.

Zehn Minuten Todeskampf

Laut Video dauert das Leiden des Bullen fast zehn Minuten lang. Offenbar reichte die zuvor eingesetzte Pistole nicht aus, um das Rind zu töten. Im Polizeibericht wird der Bulleals"aggressiv" bezeichnet. Das Video zeige nur einen Teil des Einsatzes, erklärte ein Polizeisprecher gegenüber der HNA. Zu diesem Zeitpunkt sei das Tier schon durch Schüsse verletzt gewesen und wirke deshalb auch so ruhig auf den Filmaufnahmen.

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