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Ernährung und Gesundheit

Portal Lebensmittelklarheit.de wird ausgebaut

Norbert Lehmann, agrarmanager
am
19.07.2013

Zwei Jahre nach seiner Einführung wird das Internetportal lebensmittelklarheit.de nach Darstellung der Betreiber von den Verbrauchern gut angenommen. Agrarministerin Ilse Aigner will das Angebot auf Non-Food-Produkte ausdehnen.

Vor nunmehr zwei Jahren wurde das in der Industrie umstrittene Portal lebensmittelklarheit.de freigeschaltet. Wie die Verbraucherzentralen und ihr Bundesverband (vzbv) mitteilten, haben die Verbraucher seither in mehr als 7.300 Fällen die Möglichkeit genutzt, auf Lebensmittel hinzuweisen, von deren Aufmachung und Kennzeichnung sie sich getäuscht fühlen.
 
Nach Abzug von Mehrfachmeldungen verbleiben 1.500 Beschwerden, von denen knapp ein Viertel einer fachlichen Prüfung stand hielt: von allen Eingaben wurden 360 Produktmeldungen mit Stellungnahme der Hersteller veröffentlicht. Wichtigste Themen waren Zusatzstoffe und Zutaten, das Erscheinungsbild und die Kennzeichnung.

Milchprodukte klarer kennzeichnen

Für vzbv-Vorstand Gerd Billen zeigt die Entwicklung, dass Verbrauchertäuschung kein Einzelfall sei. Der politische Handlungsdruck sei hoch. Billen forderte unter anderem, die Ausnahmen von den Kennzeichnungsvorschriften für Produkte aus Milch zu streichen. Auf unverarbeiteten Lebensmitteln soll die Angabe des Ursprungslandes Pflicht werden.
 
Gegenwärtig gehen bei den Betreibern des Portals täglich bis zu fünf Produktmeldungen ein. Der Bund hat seine finanzielle Unterstützung für das Projekt bis Ende 2014 verlängert.

Mehr offenen Dialog wagen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner kündigte an, die CDU/CSU werde das Portal nach der Bundestagswahl auf Spielzeug und andere Bedarfsgegenstände ausweiten. Die neue Plattform könnte produktklarheit.de heißen.
 
Künftig sollem Verbraucher und Wirtschaft noch aktiver eingebunden werden. Mehr Dialogforen sollen dafür sorgen, Kennzeichnungsprobleme zwischen den direkt Betroffenen zu lösen. Die ersten Dialogrunden mit Herstellern sollen im Herbst beginnen. In der Vergangenheit reagierte jeder dritte Anbieter auf die Eingaben und passte die Aufmachung seines Produktes an.
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