Login
Wirtschaft

Preise für Harnstoff im freien Fall

Externer Autor ,
am
16.08.2013

Im August fallen die Harnstoffpreise an allen wichtigen Handelsplätzen auf den tiefsten Stand seit dem Herbst 2008.

Seit Jahresmitte 2015 sind die Preise für Harnstoff um 50 Prozent gefallen. © Mühlhausen/landpixel
Bis Mitte Juli konnten sich die Preise an den internationalen Spotmärkten auf dem zuvor schon deutlich nach unten korrigierten Niveau behaupten. Hauptgründe für den erneuten Preisrutsch sind das große Angebot und die immer weiter fallenden Exportpreise Chinas und des Iran. Diese rutschten im Monatsverlauf teilweise schon unter die wichtige Marke von 300 USD/t.

Exportpreise oft unter 300 USD/t

Der letzte große Tender den Pakistan jetzt von China kaufte, wurde nur noch für 280 USD/t (fob) an den chinesischen Exporthäfen verladen. An den sonst preisbestimmenden Schwarzmeerhäfen fielen die Preise zur Auslieferung im September danach ebenfalls unter die Marke von 300 USD/t. Zuletzt kauften auch Indien mehrere große Partien zu ähnlich niedrigen Preisen. Zu sehr günstigen Konditionen orderten außerdem auch die Südamerikaner im Juli ihren Harnstoff in China. Händler berichten, dass die brasilianischen Einkaufpreise im Juli zunächst noch bei 345 USD/t (inkl. Fracht) lagen, nun jedoch ebenfalls weiter nachgeben. Ägyptischer Harnstoff wurde Mitte Juli nach Europa noch für 350 USD/t (fob) verkauft. Mittlerweile liegen die ägyptischen Preisforderungen nur noch bei 330 USD/t.

China bleibt preisbestimmend

Markt- und preisbestimmend bleibt bis auf weiteres das reichlich auf den Markt fließende Angebot aus China. Hier dürfte sich auch Indien weiterhin bedienen. Im Juli haben indischen Einkäufer offenbar mehrere Tender von insgesamt 6 Mio. t Harnstoff ausgeschrieben, ohne damit jedoch den Rückgang der Preise zu stoppen. Anfang August berichteten Analysten über das erneute Kaufinteresse Indiens an mehr als 1 Mio. t Harnstoff. Für die nächsten Monate zeigen die Exportpreise jedoch weiter nach unten und bewegen sich Mittel aller wichtigen Exporteure nur noch knapp über der Marke von 300 USD/t und für eine ganze Reihe von Lieferungen auch schon darunter.
Spotmarktpreise auch in Deutschland schwächer

Der scharfe Preisrückgang an den internationalen Märkten bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den europäischen und deutschen Markt und dürfte sich auch auf die Preisentwicklung bei den übrigen Stickstoffdüngern auswirken. Derzeit wird geprillter Harnstoff an den deutschen Importhäfen zu Preise um 310 Euro (412 USD) gehandelt und damit deutlich preiswerter als noch im Mai (400 Euro/530 USD) und auch als Mitte Juli (385 Euro /512 USD).
Auch interessant