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Herrmannsdorfer Landwerkstätten

Prekärer FAKT-Beitrag: Journalist spricht von fairem Vorgehen

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Anke Fritz, agrarheute
am
29.01.2016

Die Herrmannsdorfer Landwerkstätten stehen nach einem Fernsehbeitrag vom 26. Januar heftig in der Kritik. agrarheute hat mit dem Journalisten gesprochen, der den Beitrag filmte.

Gestern haben wir auf agrarheute über den Fernsehbeitrag der FAKT-Redaktion über die Herrmannsdorfer Landwerkstätten berichtet. Geschäftsführer Karl Schweisfurth sprach gegenüber agrarheute von „Verleumderischen Vorwürfen“. Vor allem die Anschuldigungen und Vorwürfe der „Soko Tierschutz“, die auch in dem Beitrag von FAKT gezeigt werden, sind damit gemeint. Bis zu unserem Redaktionsschluss hat  sich die FAKT-Redaktion auf unsere Fragen weder telefonisch noch per Mail geäußert. Dafür konnten wir aber mit dem Journalisten sprechen, der den Fakt-Beitrag auf dem Biobetrieb Herrmannsdorfer Landwerkstätten drehte.

Tierschützer übergibt Material an Journalisten

Knud Vetten ist nach eigenen Aussagen seit 20 Jahren Journalist und seit 18 Jahren beim Fernsehen. In welchem konkreten Verhältnis er zur Redaktion FAKT steht, wollte er nicht beantworten. Er erklärte aber gegenüber agrarheute, dass er vom Tierschützer Friedrich Mülln Material bekommen habe, dass von den Herrmansdorfer Landwerkstätten stamme. Um die Fakten zu überprüfen, habe er einen Termin mit Karl Schweisfurth vereinbart. Schweisfurth habe laut Vetter bestätigt, dass das Material von seinem Betrieb sei und einen Drehtermin vereinbart. Bei dem Material habe es sich um Bildmaterial und Papiere - wie zum Beispiel die Listen der Totgeburten - gehandelt. Inwieweit Schweisfurt von Vetter darüber informiert wurde, dass heimliches Videomaterial aus seinem Stall vorliege, ist nicht ganz klar.

Schweisfurth erhält wichtige Information erst am Sendetag

Von den Aufnahmen des Tierschützers aus seinen Ställen wusste Schweisfurth nämlich nach eigenen Aussagen bis zum Sendetag nichts. Erst am Tag des Sendetermins informierte Journalist Vetten Schweisfurth von den anderen Gesprächspartnern, die im Beitrag zu Wort kommen. Was laut Vetten „so üblich sei“, überraschte Schweisfurth, da auch Tierschützer Friedrich Mülln im Beitrag vorkommt.

Die Einschätzungen der Vorgehensweise könnten unterschiedlicher nicht sein. Schweißfurt spricht nach der Ausstrahlung der Sendung von Einbruch, einseitigen und verfälschten Bildern und haltlosen Anschuldigungen. Journalist Vetter hingegen spricht von Hausfriedensbruch, einem gesellschaftlichem Interesse und „fairem, journalistischen Vorgehen“.

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