Login
Ernährung und Gesundheit

Protest gegen Aussaat von gv-Zuckerrübe

pd/Krauß
am
04.04.2011

Einbeck - Um ihren Protest gegen die Aussaat einer gv-Zuckerrübe Ausdruck zu verleihen, hat ein Bündnis aus Studenten und Bauern vor der Konzernzentrale der KWS Saat AG in Einbeck 16 Tonnen Mist abgeladen.

Unter dem Motto  "KWS - behalte deinen Gentechnik Mist." protestierten Witzenhauser Agrarstudenten und Mitglieder der "jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft" (jAbL) am Freitag gegen die Aussaat der gentechnisch veränderten Zuckerrübe H7-1 von KWS. Diese wurde in der vorletzten Woche in der Nähe von Nordheim gedrillt. Die Protestierenden sehen die Gentechnologie wie die Atomkraft als "Risikotechnologie unserer Zeit".
 
"Die Art und Weise, wie derzeit in Deutschland und der EU unsere Landwirtschaft vorangetrieben wird, ist eine Sackgasse. Was wir brauchen ist eine Förderung der ökologischen und bäuerlichen Betriebe durch die Politik. Denn nur diese Form der Landbewirtschaftung arbeitet wirklich ressourceneffizient und nachhaltig", fasst Jan Wendel von der "jungen Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft" (jAbL) die Forderungen zusammen.
 
"Solche Aktionen zeigen zwar die hohe persönliche Betroffenheit, sind aber für eine lösungsorientierte Diskussion zum Einsatz der Grünen Gentechnik wenig zweckdienlich", heißt es von Seiten der KWS Saat AG. Das Unternehmen werde deshalb die genehmigten Freilandversuche mit herbizidtoleranten Zuckerrüben im Rahmen seiner Forschungsarbeiten wie bereits angekündigt in Wetze/Northeim und Üplingen/Magdeburger Börde fortsetzen. Das "Gastgeschenk", die 16 t organischen Düngers, will KWS auf den eigenen landwirtschaftlichen Versuchsflächen verwerten.

Risiko oder Chance?

Nach Sicht der Demonstranten sei es unstrittig, dass sich manipulierte DNA als Pollen oder Samen unkontrolliert in der Natur ausbreiten könne. "Gentechnik kann man nicht abschalten", stellt Landwirt Christian Bayer bei dem Protest fest. Sollten akute Gesundheitsrisiken eintreten, gebe es in der Natur kein Zurück mehr und die Gefahr wäre allgegenwärtig.
 
KWS hält eine Studie der EU-Kommission dagegen. "Die EU-Kommission hat Ende 2010 die in knapp 30 Jahren zusammengetragenen Ergebnisse von 500 Forschungsteams zu wissenschaftlichen Studien rund um die Grüne Gentechnik vorgestellt. Danach gibt es nicht einen einzigen Beleg, dass Mensch, Tier oder Umwelt zu Schaden gekommen wären", schreibt das Unternehmen. Vielmehr erfodere der stark zunehmende Bedarf an Erneuerbaren Energien und die Bedrohungen des Klimawandels nach Sicht von KWS mehr Produktivität im Pflanzenbau. Der Einsatz moderner Methoden wie der Gentechnik sei eine wichtige Basis dafür.

FDP: Grüne Gentechnik sicherste Züchtungsmethode

"Die Grüne Gentechnik ist zweifelsohne die sicherste und bestuntersuchte Züchtungsmethode. Ihre Vorteile überzeugen weltweit immer mehr Landwirte", erklärt die Gentechnik-Expertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan vergangenen Freitag in Berlin. Auch Deutschland sollte dem Beispiel folgen und den Landwirten die Nutzung der Vorteile von gentechnisch veränderten Pflanzen ermöglichen.
 
Die Arbeit der beteiligten Wissenschaftler habe zur Entwicklung neuer Methoden geführt und das Verständnis und Möglichkeiten der Gentechnik entschieden vorangebracht, so die FDP-Politikerin weiter. Nach ihrer Meinung könnten die derzeitigen Forschungsvorhaben dabei helfen, die kritischen Fragen der Grünen Gentechnik wie Koexistenz und Auskreuzung durch neue Techniken und verbesserte Methoden grundlegend zu lösen.
Auch interessant