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Dorf und Familie

Proteste/Frankreich: 1.580 Trecker auf Pariser Straßen

dpa/pd
am
04.09.2015

In Frankreich ist es gestern zu weiteren Protesten von Landwirten in finanzieller Not gekommen. Sie zogen mit 1.580 Traktoren durch die Straßen von Paris. Die Politik reagiert.

Mit über 1.500 Traktoren sind am gestrigen Donnerstag Landwirte durch Paris gezogen. Die Landwirte fühlen sich in ihrer Existenz bedroht. Mit den Protesten von gestern wollten sie der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge ihre Wut über niedrige Preise und zuviel Bürokratie ausdrücken: "Hilfe, wir sterben", sei auf einem der Schilder zu lesen gewesen.
 
Der französische Premierminister Manuel Valls kündigte daraufhin mehr Notkredite, Zahlungsaufschübe und Investitionshilfen an. Die Demo war der vorläufige Höhepunkt monatelanger Proteste von Frankreichs Viehzüchtern.
 
Auch in Frankreich decken die Marktpreise für Rind- und Schweinefleisch der dpa zufolge nicht die Kosten. Ein Preissturz bei der Milch sorgt auch in Frankreich für Ärger. 

1.580 Traktoren auf den Pariser Straßen

Die Pariser Polizei zählte 1.580 Traktoren, die in die Hauptstadt rollten. Der Bauernverband FNSEA sprach von mehr als 1.700 Traktoren und Tausenden Demonstranten. Das befürchtete Verkehrschaos blieb aus. Die Behörden hatten zu öffentlichen Verkehrsmitteln geraten.
 
Auch in Frankreich wirkt sich der dpa zufolge das Ende der EU-Milchquote und das Emportembargo Russlands für EU-Produkte negativ auf die Preise aus. Hinzu komme allerdings, dass französische Schweine- und Rinderzüchter teurer produzierten als ihre euopäischen Kollegen.

Diese Nothilfen gibt es jetzt in Frankreich

Schon im Juli hatte Frankreichs Regierung den Viehzüchtern Nothilfe im Umfang von 600 Millionen Euro zugesagt, den Bauern ging das aber nicht weit genug. Nun sollen Sozialabgaben gesenkt werden und die Investitionshilfen von Staat, Regionen und EU für drei Jahre auf 350 Millionen Euro jährlich angehoben werden. Verschuldete Landwirte können ein Jahr Zahlungsaufschub für ihre Bankkredite bekommen.
 
Die Regierung habe die Botschaft der Landwirte verstanden, sagte der Chef des wichtigsten Bauernverbands FNSEA, Xavier Beulin. Ein Teil der Demonstranten auf dem Platz der Nation buhte ihn dafür allerdings aus, gegenüber französischen Medien äußerten sie sich skeptisch. 

EU-Agrarrat diskutiert am Montag Krisenhilfe

Am Montag befassen sich die EU-Agrarminister in Brüssel mit der Krise.
Die EU-Kommission hat ein ganzes Bündel an Maßnahmen angekündigt.
 
Umstritten sind nach wie vor Eingriffe in den Milchmarkt. Während Frankreich sie befürwortet, lehnte der deutsche Ressortchef Christian Schmidt (CSU) dies Anfang der Woche ab. Experten erwarten bei dem Krisentreffen der Minister am Montag daher nur einen Minimalkompromiss.
 
Am Rande soll es wieder Proteste geben: Der europäische Dachverband Copa-Cogeca erwartet 4.000 Landwirte mit 1.000 Traktoren. Auch Hunderte Milchbauern aus Deutschland wollen sich am Wochenende mit ihren Traktoren auf den Weg nach Brüssel machen. 
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