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Ernährung und Gesundheit

PSM-Rückstände: 97% der EU-Lebensmittel unter Grenzwert

aiz
am
13.12.2014

Mehr als 97 Prozent aller Proben, die im Rahmen des jüngsten EU-weiten Überwachungsprogramms zu Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln untersucht wurden, liegen unterhalb der gesetzlichen Höchstwerte.

Bei rund 54 Prozent (%) der Proben konnten keine Spuren der chemischen Stoffe nachgewiesen werden, wie aus dem von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zusammengestellten Jahresbericht über Pestizidrückstände in Lebensmitteln für das Jahr 2012 hervorgeht.
 
Laut der Behörde stützt sich der Bericht auf die Analyse von nahezu 79.000 Lebensmittelproben, die von 27 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen und Island durchgeführt wurden. Die 29 Berichtsländer führten sowohl ein nationales Programm, das jedes Land selbst gestaltet, als auch ein von der EU koordiniertes Programm, bei dem alle nationalen Lebensmittelaufsichtsbehörden einheitliche Kontrollen absolvieren müssen, durch.
 

Bio-Lebensmittel mit niedrigeren Überschreitungsquoten

Die nationalen Programme ergaben nach Angaben von EFSA, dass 97,1 % der analysierten Lebensmittelproben Pestizidrückstände unterhalb der in der EU zulässigen Grenzwerte, den sogenannten Rückstandshöchstgehalten (Maximum Residue Levels - MRL), enthielten. Bio-Lebensmittel zeigten niedrigere MRL-Überschreitungsquoten als konventionell erzeugte Produkte (0,8 % bzw. 3,1 %).
 
Bei Lebensmitteln aus Drittländern lag die Nichteinhaltungsquote fünfmal höher als bei jenen, die aus der EU, Norwegen oder Island stammten (7,5 % bzw. 1,4 %). Den Ergebnissen des EU-koordinierten Programms zufolge wiesen laut der Behörde 99,1 % der analysierten Proben Rückstandsgehalte auf, die innerhalb der zulässigen Grenzwerte lagen, während rund 60 % der Proben keinerlei messbare Spuren enthielten. 

Weizen mit niedrigsten MLR-Überschreitungsquoten

Die Lebensmittel mit den höchsten MRL-Überschreitungsquoten waren
  • Brokkoli (2,8 %),
  • Blumenkohl (2,1 %),
  • Tafeltrauben (1,8 %),
  • Paprika (1,4 %) und
  • Auberginen (1 %).
Die niedrigsten MRL-Überschreitungsquoten wurden bei
  • Erbsen ohne Hülsen und Olivenöl (beide 0,1 %) sowie
  • Weizen und Bananen (beide 0,7 %) festgestellt.
Bei Orangensaft oder tierischen Erzeugnissen (Butter und Hühnereiern) wurden keine MRL-Überschreitungen nachgewiesen.

EFSA: Langfristige Auswirkungen "unwahrscheinlich"

Für das EU-koordinierte Programm wurden im Jahr 2012 zwölf Lebensmittelerzeugnisse auf insgesamt 205 verschiedene Pestizide hin analysiert. In beiden Programmen zusammen wurden etwa 78.390 Proben von mehr als 750 verschiedenen Lebensmittelerzeugnissen auf nahezu 800 Pestizide und Metaboliten (Abbauprodukte) hin untersucht, teilte die EFSA mit.
 
Langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Konsumenten bei Vorhandensein von Pestizidrückständen seien "unwahrscheinlich". Es sei denn, die betroffenen Lebensmittel wurden über einen kurzen Zeitraum in großen Mengen verzehrt. In solchen Situationen konnte für ungefähr 0,02 % der Proben ein Risiko nicht ausgeschlossen werden. 
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