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Umwelt

Mit Raimundus endet der meteorologische Sommer

von , am
31.08.2009

Leipzig - Mit dem Namenstag von Raimundus Nonnatus, der auch bekannt wurde unter dem Namen "der Ungeborene", - der Legende nach schnitt man ihn nämlich aus dem Leib seiner verstorbenen Mutter heraus -, endet der meteorologische Sommer.

"Wird Raimund durch Sonnenschein geweckt, und zeigt sich freundlich der ganze Tag, im Herbstmond (September) sich ‚Klärchen’ noch nicht versteckt, auch wenn Matthäus (21.09.) den Nebel schon mag."

Der Monatswechsel vom August zum September markiert in 75 Prozent der Jahre den Beginn einer frühherbstlichen Schönwetterlage. Über Raimundus, der um das Jahr 1202 in Portello geboren wurde, 1240 in Cardona in Katalonien starb und als Patron der Schwangeren, Ammen und Kinder sowie der unschuldig Angeklagten verehrt wird, sagt der Landmann: "Lässt Raimund die Stoppeln in der Sonne leuchten, wird kaum Regen im Herbst den Acker befeuchten".

Zu Raimund trockenes Wetter: Wahrscheinlich schöner Herbst

Gehen die Tage um Raimund trocken und damit sonnig ins Land, so kann mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent davon ausgegangen werden, dass der Herbstmond sich insgesamt niederschlagsarm und freundlich gestalten wird. Das unterstreichen auch die Sprüche "Dunstschwaden an Sankt Raimunds Morgen, verkünden dem Winzer einen Herbst ohne Sorgen" und "Wenn an Raimund die Sonne hinter Frühdunst erwacht, sie im Herbstmond freundlich das Wetter macht".

Nebel am Morgen verspricht einen sonnigen Tag

Tatsächlich kann man auf gutes Wetter vertrauen, wenn der Tag dunstig oder nebelgrau beginnt. Raimund, was soviel bedeutet wie "Rat und Schutz", wird gern als Helfer für eine glückliche Entbindung und gegen Wochenbettfieber angerufen. Nicht uninteressant ist auch der sich auf ihn beziehende Reim "Wenn der Winzer an Raimund sich an den Sonnenbräuten erfreut, er gewiss den September nicht bereut". Lacht Frau Sonne inbrünstig an seinem Namensfest vom Himmel, dürften bei einem Spaziergang die geöffneten Blüten der sogenannten Sonnenbräute ins Auge fallen, die sich in ihrer vollen Schönheit zeigen und zu denen als Wetterpflanzen auch das Gänseblümchen, die Wegwarte, die Ringelblume und die Kamille zählen.

Raffinierter Mechanismus: Pflanzen öffnen Blüten nur an Sonnentagen

Diese Pflanzen verfügen über kleine Organe, die als Rezeptoren bezeichnet werden und in der Lage sind, festzustellen, wie intensiv die Sonne scheint. Signalisieren diese Rezeptoren, dass die Sonne weg ist, dass trübes oder nasses Wetter herrscht bzw. in Aussicht steht, reduziert die Pflanze den Wasserdruck in ihren Blütenzellen, das heißt, dass den Zellen und damit dem Gewebe Wasser entzogen wird, was dazu führt, dass sich die Blüten schließen. Ist dagegen trockenes, sonniges und warmes Wetter zu erwarten, pumpt die Pflanze Wasser in ihre Blütenzellen. Das hat zur Folge, dass sich die Blüten öffnen. Silberdisteln, Ackergauchheil, Vogelmiere, Ackerwinde und Zaunwinde verhalten sich ähnlich.

Sprüche lauten: "Wenn die Ringelblume sich der Sonne entgegen reckt, und die Wegwarte blau am Feldrand lacht, halten dunkle Wolken sich weiter versteckt, was das Wetter tags drauf auch freundlich macht" und "Erwacht morgens das Gänseblümchen nicht aus dem Schlaf, wird nass bald das Fell von Ziege und Schaf". (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst)

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