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Wirtschaft

Raiwa-Fusionspläne treffen Agravis empfindlich

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Katharina Krenn, agrarheute
am
14.03.2014

Die Agravis blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurück, aber im Hinblick auf 2014 zeigt sich das Unternehmen verhalten. Ein herber Schlag ist die geplante Fusion seines Anteilseigners raiwa.

 
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Clemens Große Frie spricht von einem "Spitzenjahrgang". Erstmals hat die Agravis Raiffeisen AG im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Ergebnis von 53,2 Millionen Euro die 50-Mio-Marke überschritten. "Für 2014 sind wir nicht euphorisch, aber wir gehen positiv ran", so Große Frie im Interview mit agrarheute.com. Einerseits mache die Situation in der Ukraine Sorgen, auf der anderen Seite gebe es "organisatorische Verwerfungen im Markt". Ein Rückschlag für das Unternehmen ist die geplante Fusion einer seiner wichtigsten Anteilseigners raiwa mit der 200 Kilometer entfernten RWZ Kurhessen-Thüringen.

'Fusion ist Ausnahmefall'

Man habe den Fusionsplan der raiwa, der gegen das genossenschaftliche Regionalprinzip verstoße, "irritiert" zur Kenntnis genommen, sagte der Agravis-Chef auf der Bilanzpressekonferenz. Ohne Rücksprache habe der raiwa-Chef Henning Pistorius, der damals im Agravis-Aufsichtsrat saß, den Zusammenschluss mit der RWZ eingefädelt. Mit der Fusion verliert der Agrarhändler einen wichtigen Anteilseigner. Gleichzeitig steigt die Konkurrenz in seinem Geschäftsgebiet. Große Frie geht jedoch von einem Ausnahmefall aus und will auch weiter an dem Regionalprinzip festhalten. Sollte dies jedoch eine neue Entwicklung innerhalb des Raiffeisenbunds ankündigen, dann würde dies die Agravis empfindlich treffen.
 

Wenig Kontrakte abgeschlossen

Mit Sorgen verfolgt das Unternehmen zwar die Entwicklungen in der Ukraine, aber Große Frie glaubt weiterhin an eine Lösung des Konflikts. Sollte sich die Lage jedoch weiter verschärfen, dann werde dies auch erhebliche Auswirkungen auf den Getreidemarkt haben. Bisher sind laut Große Frie wenig Kontrakte abgeschlossen worden. Das deute daraufhin, dass momentan eine große Unsicherheit unter den Erzeugern herrscht.

Weitere Akquisitionen geplant

Auch wenn die Prognose für 2014 weniger rosig ist, schaut das Unternehmen optimistisch in die Zukunft. Wichtig für die strategische Weichenstellung sei die 31,5-prozentige Beteiligung an der Mühlengruppe Roland Mills United (vormals Grain Millers). "Damit haben wir uns einen zusätzlichen Absatzweg für unser Getreidegeschäft gesichert", erklärte Große Frie, der zugleich auch für das laufende Geschäftsjahr ankündigte: "Weitere Akquisitionen in unserem Kerngeschäft stehen an." Dabei betonte der Agravis-Chef nachdrücklich: "Unser Kerngeschäft findet weiterhin in Deutschland statt." Aber die internationale Vernetzung werde für die AGRAVIS immer wichtiger. Hier hob er die beiden Joint Ventures mit der dänischen DLA-Gruppe hervor.
 
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