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Ratgeber

Den Rasen tipptopp in Form bringen

LWK Niedersachsen/agrarheute
am
18.05.2016

Moose, Pilze, Algen und Wildkräuter heißen die Feinde des Zierrasens. 95 Prozent aller Haus- und Kleingärtner haben einen Grünfläche. Wie diese optimal zu pflegen ist, erfahren Sie hier.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ist auf rund 95 Prozent aller Haus- und Kleingärten eine Zierrasenfläche zu finden. Zwei Drittel aller Gartenbesitzer legen demnach Wert auf einen gesunden und gepflegten Rasen.

Probleme in der Rasenpflege treten besonders im Frühjahr auf, wenn der Rasen noch nicht richtig wächst und von der natürlichen Vegetation überwuchert wird. Hauptfeinde der gepflegten Grünfläche sind: Moose, Pilze, Algen,Wildkräuter, Insekten und andere Tiere.

4 Tipps für ein sauberes Grün

Zum Beginn der Wachstumsperiode empfiehlt die LWK Niedersachsen:

  1. Flächen mit einem Vertikutiergerät bearbeiten. Dabei wird Moos und Rasenfilz entfernt und die Grasnarbe zusätzlich wieder mit mehr Sauerstoff versorgt.
  2. Wildkräuter ausstechen
  3. Nährstoffgehalt des Bodens analysieren und bedarfsgerecht düngen
  4. Rasen absanden: Dabei wird eine dünne Schicht gewaschener Quarzsand (Körrnung 0/2 - 0/4 mm, 2 - 5 Liter/Quadratmeter) aufgetragen. Dies soll das Algenwachstum hemmen sowie die Durchlässigkeit des Oberbodens und das Abtrocknen des Rasens fördern.

So gehen Sie gegen Unkräuter im Zierrasen vor

Unkräuter: Neben ausstechen können Herbizide erforderlich sein. Wichtig dabei ist laut LWK Niedersachsen:

  • nicht im Jahr der Aussaat spritzen, da die Rasengräser noch weich sind
  • nur in der Wachstumsperiode einsetzen, da nur dann der Wirkstoff optimal aufgenommen wird
  • ein günstiger Zeitpunkt besteht, wenn die Temperaturen 15 ° C übersteigen und die Halme trocken sind
  • Eine Woche vor und nach der Anwendung von Herbiziden keinen Rasenschnitt vornehmen, damit ausreichend Blattmasse zur Aufnahme des Wirkstoffes vorhanden ist.
  • Ein Mindestabstand von einem Meter zu Gewässern ist einzuhalten.
  • Moose: Ein zu tiefer Schnitt, verdichteter Boden oder schlechte Dränung des Bodens sind Faktoren, die Vermoosung fördern. Um dies zu vermeiden, sollten erst die Wachstumsbedingungen für den Rasen optimiert werden, bevor Chemie gespritzt wird.

    Das gibt es bei der Rasenpflege noch zu beachten

    1. Algen: Sie entstehen auf stark verdichteten, vernässten und sehr kurz gemähten Flächen. Derzeit gibt es keine chemischen Bekämpfungsmöglichkeiten. In der Regel reicht ein regelmäßiges Vertikutieren und Absanden zur Hemmung des Algenwachstums aus.
    2. Pilze: Hutpilze können schon bei Neueinsaaten eine Rolle spielen, besonders wenn im Boden viel frische organische Substanz (Kompost, eingearbeitete Gründüngung) vorhanden ist. Kein eigentliches Pflanzenschutzproblem, da sie die Rasengräser nicht schädigen. Eine Beseitigung der Pilze ist durch entsprechende Pflegemaßnahmen möglich. Der Einsatz von Fungiziden im Rasen ist nicht möglich.
    3. Engerlinge: Die Larven von Blatthornkäfern fressen an den Wurzeln der Rasengräser. Biologischer Pflanzenschutz ist durch den Einsatz von Fadenwürmern (insektenpathogene Nematoden) möglich. Die Nematoden bekämpfen nur die Larven des Gartenlaubkäfers. Andere Engerlinge sind weniger empfindlich und überleben den Nematoden-Einsatz. Bester Einsatzzeitraum ist von Mitte August bis Mitte September. Auch eine mechanische Bearbeitung ist sinnvoll. Zweimaliges Fräsen im Sommer im Abstand von etwa zwei Wochen hat in Versuchen einen hohen Wirkungsgrad erzielt. Der Einsatz von Insektiziden im Rasen ist derzeit nicht möglich.
    4. Tipula: Pro Jahr tritt nur eine Generation des Schädlings auf. Die erwachsenen Schnaken legen im August und September die Eier in den Rasen ab. Die Larven sind tagsüber versteckt im Boden, nachts bei Temperaturen über etwa fünf Grad Celsius kommen sie an die Oberfläche und fressen das Gras vom Wurzelhals her an. Der Einsatz von Insektiziden im Rasen ist nicht möglich. Jedoch kann man mittels Nematodeneinsatz biologisch gegen die Tipula-Larven vorgehen. Ein Einsatz ist vor allem gegen die Junglarven (im Spätsommer) sinnvoll.
    5. Grasmilben: Die nur etwa ein bis zwei Millimeter großen Tiere werden ab April aktiv, sind aber nicht weiter auffällig. Die Larven hingegen leben parasitisch und saugen an Maulwurf und Maus, aber auch an Hund und Mensch. Da das Gras nicht geschädigt wird, sind hier keine Pflanzenschutzmittel zugelassen. Der Einsatz von Bioziden ist möglich.
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