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Dorf und Familie

Ratgeber Gebäudenutzung: Scheune wird zum Fitnesscenter

Nele Krüger
am
20.10.2014

Fitness durch Treckerreifen-Training? Nichts geht über eine findige Gebäudenutzung auf einem alten Bauernhof. Wir stellen Ihnen ein Beispiel vor und liefern Tipps zur Umnutzung Ihrer Scheune.

Fitness auf dem Lande nach veränderter Gebäudenutzung: Auf einem ehemaligen Bauernhof in Glandorf (Landkreis Osnabrück) bietet Landwirt und Physiotherapeut Andreas Lackmann seine Sportkurse nicht in klimatisierten Fitnessräumen an, sondern in einer unbeheizten Scheune. Und anstelle von Gewichten werden Treckerreifen gestemmt - Training rustikal dank eines Konzeptes, das ankommt.

Vom Landwirt zum Fitnesstrainer

Doch wie kommt man auf die ungewöhnliche Idee, einen Bauernhof zur "Muckibude" umzunutzen? "Eigentlich bin ich gelernter Landwirtschaftsmeister und wollte den Betrieb meiner Eltern übernehmen. Aufgrund von Hautproblemen musste ich diesen Beruf aber aufgeben und habe dann eine Ausbildung zum Physiotherapeuten gemacht", erzählt Lackmann.

Gebäudenutzung mal anders

Eine zweite, zum elterlichen Betrieb gehörende Hofstelle stand zu diesem Zeitpunkt leer. 2010 überlegte die Familie, wie die Räumlichkeiten effektiv genutzt werden könnten: "Zu diesem Zeitpunkt gab es aber noch kein durchschlagendes Konzept. Die Frage war, was gut auf den Hof und vor allem auf’s Land passt." Langsam entwickelte sich dann die Idee, die Scheune zum Sport zu nutzen.
 

Sport in der Scheune kommt gut an

Ende 2011 startete Lackmann mit einer Gruppe Sportbegeisterter, die regelmäßig ein Zirkeltraining in der alten Scheune absolvierte. Aus einer sind mittlerweile acht Gruppen geworden. Seit Juni diesen Jahres hat Lackmann sein Angebot auf eine zweite ausgebaute Scheune sowie zwei Behandlungsräume und einen Yoga-Raum ausgedeht. Dort bietet seine Frau Antje Kurse an.

Tipps für Ihre Gebäudeumnutzung:

Sie haben auch eine alte Scheune und könnten sich darin ein ähnliches sportliches Angebot vorstellen? Hier einige Tipps zur Gebäudeumnutzung, vorausgesetzt Sie haben das entsprechende Personal zur Betreuung ihrer zukünftigen Kunden:

1. Training mit frischer Luft anbieten:

Schaffen Sie in Gebäudenähe eine Fläche unter freiem Himmel oder Bäumen. So kann die Fitnesstunde, wenn möglich, nach draußen verlegt werden - für viele Kunden ein Hochgenuss.

2. Lassen Sie einen Teil des Gebäudes für das Fitnessangebot im Ursprungszustand:

Bei den Lackmanns gibt es z.B. einen Betonboden sowie dicke Holzbalken und Ziegel an der Decke. Andreas Lackmann berichtet, dass viele seiner Kunden sich bewusst für dieses ursprüngliche Ambiente entscheiden. Und Sie als Anbieter können dadurch Kosten sparen.

3. Heizung? Muss nicht sein!

Gerade Kunden aus der Landwirtschaft sehen unbeheizte Fitnessräume als Vorteil. Sie sind den ganzen Tag an der frischen Luft und wollen abends nicht bei Heizungswärme Sport treiben.

4. Setzen Sie "Sportgeräte" der besonderen Art ein:

Bieten Sie neben herkömmlichen Fitnessgeräten auch alternative Hilfsmittel zur Fitness an, wie Sandsäcke, Bierfässer, dicke Taue oder eben Treckerreifen. Viele Kunden der Lackmanns sind begeistert von dem "bodenständigen Angebot". 
 
Dass das Scheunenkonzept so gut ankommt, liegt laut Familie Lackmann daran, dass der Großteil der Bevölkerung heute einen passiven Lebensstil pflegt und sich wenig an der frischen Luft aufhält. "Da ist die Sehnsucht nach Natur und Bewegung in der Freizeit dann umso größer", so Andreas Lackmann. Und noch einen kleinen, aber entscheidenden Vorteil habe das Training in der Scheune gegenüber dem klassischen "Pumpen in der Muckibude", weiß seine Frau Antje: "Bei uns muss man sich nicht aufbrezeln und die neusten Sportklamotten tragen, darauf achtet hier niemand, jeder kann kommen wie er will." 

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