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Wirtschaft

Reaktion auf Studie: Russland stoppt GV-Mais-Importe

pd
am
28.09.2012

Bern - Russlands Behörden reagieren auf eine kürzlich veröffentlichte Studie zu gentechnisch verändertem Mais und unterbinden den Import und die Vermarktung von GV-Mais der Sorte NK603.

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Als Reaktion auf eine letzte Woche publizierte Studie, welche die Wirkung des gentechnisch veränderten Mais NK603 an Ratten untersuchte, hat die russische Verbraucherschutzbehörde "Rospotrebnadzor" die Einfuhr der besagten GV-Maissorte vorerst gestoppt.
 
Auch die Vermarktung des vom Agrarkonzern Monsanto entwickelten Mais ist zweitweise ausgesetzt. Das Einfuhr- und Vertriebsverbot soll gelten, bis die Ergebnisse der Studie ausgewertet und auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft worden sind. Die russische Verbraucherschutzbehörde hat die EU-Kommission deshalb um eine Stellungnahme gebeten.

Forscher bemängeln Rattenstudie

In der Studie, die von der Universität Caen in Frankreich durchgeführt und im US-Fachmagazin "Food and Safety Toxicology" veröffentlicht wurde, wurden über zwei Jahre hinweg Fütterungsversuche an Ratten durchgeführt. Während eine Kontrollgruppe mit herkömmlichen Mais gefüttert wurde, erhielt eine andere Gruppe Gen-Mais der Sorte NK603. Der Versuch zeigte auf, dass die mit GV-Mais gefütterten Tiere ein zwei- bis fünfmal höheres Krebsrisiko aufwiesen als die Tiere in der Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse der Studie sind allerdings umstritten: Zahlreiche Wissenschaftler haben seit der Veröffentlichung auf die mangelhafte Methodik der Untersuchung hingewiesen und die Resultate als zweifelhaft bezeichnet.
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