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Umwelt

'Regen am Sankt Wolfgangstag gut für’s nächste Jahr sein mag'

von , am
31.10.2009

Leipzig - Der als Patron der Hirten, Holzfäller, Köhler, Zimmerleute, Bildhauer und Schiffer verehrte Wolfgang von Regensburg wurde um das Jahr 924 im baden-württembergischen Pfullingen geboren.

Er gehört zu den volkstümlichsten Heiligen Deutschlands. Bevor Wolfgang gegen Ende des Jahres 972 zum Bischof von Regensburg geweiht wurde, weilte er mehr als ein Jahr lang als Missionar in Ungarn.

In seiner Amtszeit als Bischof widmete sich Wolfgang nicht nur der Neugründung von Klöstern, sondern stand auch den Armen, Bedürftigen und Kranken unterstützend bei. Darüber hinaus gründete er in Regensburg eine Domschule mit Chor. Aus diesem sind die heutigen Regensburger Domspatzen hervorgegangen. Im Jahre 994 starb Wolfgang auf einer Reise durch Österreich. Seine Heiligsprechung erfolgte durch Papst Leo IX. am 7. Oktober 1052.

Heute Regen: Aussicht auf gute Saatentwicklung

Sich auf Wolfgang beziehende Reime lauten: "Muss Wolfgang mit Regenkutte am Feldrand geh’n, wird’s Korn im Jahr darauf gut steh’n", "Steht Wolfgang den ganzen Tag im Regen, sieht der Bauer einer guten Ernte im Sommer entgegen" und "Stapft Wolfgang durch Matsch und Pfützen, kann sich der Bauer nächsten Sommer auf gute Ernten stützen". Auf jeden Fall fördert eine gut durchfeuchtete Krume die Keimung und das Auflaufen spät gedrillter Wintersaaten und bis zu einem gewissen Grade auch die Jugendentwicklung des Wintergetreides.

Ähnlich geartete Sprüche verraten: "Spielt Wolfgang mit den Regentropfen, bringt der Sommer viel Korn, Wein, Heu und Hopfen" und "Macht Regen zu Sankt Wolfgang den Acker nass, füllt’s kommende Jahr Stiegen, Korntruhen und Fass". Oft stellt sich die mitunter in der Zeit vom 1. bis 6. November auftretende "Allerheiligenruhe", - darunter ist ein trockener, mäßig kalter, sonniger, aber auch zur Bildung von Nebel und Hochnebel neigender Witterungsabschnitt zu verstehen -, schon ein bis zwei Tage eher ein.

Beil: Das Attribut Sankt Wolfgangs

In Sachen Regen heißt es dann am Festtag von Wolfgang natürlich "Fehlanzeige". Insofern lässt der Landmann wissen: "Scheint Wolfgang die Sonne ins Gesicht, von Allerheiligenruhe der Bauer spricht" und "Läuft Wolfgang auf sonnig-warmen Wegen, siehst weißer Weihnacht du entgegen". Einer Legende zufolge soll Wolfgang seine Klause am österreichischen Abersee genau an der Stelle, an der sich heute die Kirche von St. Wolfgang befindet, eigenhändig gezimmert haben. Das Beil gilt daher als sein Attribut.

Heute Nacht warm anziehen

Er machte sich als Helfer bei der Abwendung von Todesgefahren einen Namen, wurde aber auch gebeten, Zauberei, Angriffe durch Gespenster und Teufel sowie Schlangenbisse abzuwehren. Außerdem wurde er gegen Gewitter und Hagelschlag angerufen. Die zahlreichen Besucher der Halloween-Partys in der auf den Wolfgangstag folgenden Nacht, der Nacht zu Allerheiligen, tun gut daran, sich wärmer zu kleiden, denn es kann schon recht kalt werden. Ein Blick in die Statistik verrät nämlich, dass vor 53 Jahren in der Halloweennacht 1956 in Halle an der Saale minus 7,4 Grad zu Buche schlugen. (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst)

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