Login
Politik national

Regierung will Klärschlammausbringung beenden

von , am
04.12.2013

Die Regierung plant die Ausbringung von Klärschlamm zu Düngezwecken auf Agrarflächen zukünftig verbieten. Darauf einigte sich Schwarz-Rot in den Koalitionsverhandlungen.

2013 wruden bundesweit rund 491.300 t Klärschlamm als Düngemittel auf Ackerflächen ausgebracht. © Mühlhausen/landpixel
"Der Schutz der Gewässer vor Nährstoffeinträgen sowie Schadstoffen soll verstärkt und rechtlich so gestaltet werden, dass Fehlentwicklungen korrigiert werden. Wir werden die Klärschlammausbringung zu Düngezwecken beenden und Phosphor und andere Nährstoffe zurückgewinnen.", heißt es im Koalitionsvertrag. Die "bundeseinheitliche Regelung des Umgangs mit wassergefährdenden Stoffen" solle zügig umgesetzt werden. Wie die Nährstoff-Rückgewinnung erfolgen soll, bleibt offen.
 

Nährstoff-Rückgewinnung unklar

Aus Sicht des Bundesverbands für Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) ist das Verbot der Klärschlammausbringung "ressourcenpolitisch nicht durchdacht und sollte keinesfalls so umgesetzt werden", fordert Volker Hegewald vom bvse-Fachverband Ersatzbrennstoffe, Altholz und Biogene Abfälle.
 
"Wie die Koalition ihr formuliertes Ziel, aus der landwirtschaftlichen Nutzung auszusteigen und Phosphor und andere Nährstoffe zurückzugewinnen, erreichen will, bleibt schleierhaft", so Hegewald. Für eine Rückgewinnung des Phosphors aus den Verbrennungsaschen existierten derzeit keine ausgereiften Verfahren; sie sei also schlicht nicht umsetzbar. Der bvse warnt deshalb davor, Klärschlämme in die Verbrennung zu zwingen, denn damit gingen wichtige Ressourcen wie Phosphor und andere wichtige Nährstoffe für die Landwirtschaft verloren.

'Klärschlamm landwirtschaftlich wichtig'

Der Fachverband plädiert statt eines Verbots für eine objektive Betrachtung etwaiger Risiken für das Grundwasser und effektive Maßnahmen der Qualitätskontrolle. "Bei einer stofflichen Verwertung von im Bundesdurchschnitt immerhin 43 Prozent, kann es nicht plötzlich das Ziel sein, einen funktionierenden und ressourceneffizienten Verwertungsweg auszuschalten." Überdies würden nur unbedenkliche Klärschlämme landwirtschaftlich genutzt. Es seien keine Fälle bekannt, bei denen die Klärschlammausbringung zu einer Erhöhung des Gesundheitsrisikos geführt hätte.
 
Auch interessant